Deutsche in Amerika




Einwanderungsgeschichte in den USA, Kanada, Mittel- und Südamerika und allgemeine indianische Geschichte
USA, Canada, Central, and South America: Immigration history and general history of Native Americans

Moderatoren: Bärbel, Elk Woman, Hans

Deutsche in Amerika

Beitragvon Elk Woman » So 28. Dez 2008, 23:30

Hinweis: Alle hier mit einem "A (Archiv) + Verfassernamen" gekennzeichneten Beiträge sind Datenrückführungen aus dem vorherigem Forum !
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( A / Elk)

GESCHICHTE DER DEUTSCHEN EINWANDERER

TEXAS und die deutschen Siedler

11,5 % der Einwohner sind deutscher Abstammung und stellen damit die größte Gruppe nach den Spaniern. Es folgen die Gruppen der Irisch- (8,3 %), Englisch- (7,7 %), Amerikanisch- (6,4 %) und Französischstämmigen (2,5 %).

(Große Teile des Osten, des Nordens und des Zentrums Texas' werden von Weißen bewohnt, die protestantischen Kirchen angehören. Es handelt sich vor allem um Nachfahren von Einwanderern aus Großbritannien und Irland. Große Teile von Zentral- und Südost-Zentral-Texas werden von Weißen bewohnt, die deutsche Vorfahren haben. Afroamerikaner, die in der Vergangenheit ein Drittel der Bevölkerung ausmachten, leben vor allem in den Teilen von Texas, wo vor dem Bürgerkrieg die Baumwollplantagen besonders verbreitet waren sowie in Dallas und Houston.)

Quelle:http://de.wikipedia.org/wiki/Texas
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Texaner - deutsche Wurzel, deutsche Namen

"Fredericksburg, New Braunfels, Boerne, Luckenbach, Blumenthal – wer im “Hill Country” unterwegs ist, findet auf den Ortsschildern unübersehbare Hinweise auf das deutsche Erbe von Texas. Bis in die 40er Jahre des 19. Jahrhunderts reichen die Spuren deutscher Einwanderer zurück. Tausende kehrten vor dem Hintergrund wachsender Armut und Arbeitslosigkeit ihrer deutschen Heimat den Rücken, um sich in den USA eine neue Existenz aufzubauen.
Maßgeblichen Anteil an der organisierten Auswanderung hatte der am 20. April 1842 gegründete “Verein deutscher Fürsten und Edelleute zum Schutze deutscher Einwanderer in Texas”, auch als “Mainzer Adelsverein” oder “Texasverein” bekannt. Ziel des als Aktiengesellschaft fungierenden Vereins war die Gründung eines “Neu-Deutschlands” in Amerika: im weitgehend unbesiedelten Texas sollte billiges Land erworben werben, um die deutschen Auswanderer aufzunehmen. Gleichzeitig erhoffte man sich einen florierenden Überseehandel.

Pleiten, Pech und Pannen
Die adeligen Herren stellten jeder ausreisewilligen Familie rund 130 Hektar Land in Aussicht, dazu die Versorgung mit Lebensmitteln bis zur ersten eigenen Ernte sowie Kirchen, Schulen und ärztliche Fürsorge. Die hehren Versprechungen erwiesen sich aufgrund akuter Geldknappheit schnell als unhaltbar: bereits die ersten Siedler mussten 600 Gulden für Überfahrt und Verpflegung aus eigener Tasche zahlen.
1845 sandte der Texasverein Prinz Karl zu Solms-Braunfels als Generalkommissar nach Texas, wo dieser nahe des Guadalupe River ein Stück Land für die Siedler erwarb. Er taufte die neue Siedlung “Neu-Braunfels” nach dem Sitz seiner Familie. Allerdings bewies der junge Prinz kein glückliches Händchen in Finanzdingen: Er gab das gesamte Geld des Vereins aus, machte zusätzlich Schulden und musste überdies freigekauft werden, nachdem einer der Gläubiger für den Prinzen eine Schutzhaft erwirkt hatte. Als Texas im gleichen Jahr in die Union aufgenommen wurde, war der Traum von “Neu-Deutschland” endgültig ausgeträumt.
Das Amt des Prinzen übernahm der preußische Baron Hans Ottfried von Meusebach, denn noch immer strömten die Ausreisewilligen in das scheinbar gelobte Land. 1845/46 kamen allein 4.000 weitere deutsche Auswanderer nach Texas, die monatelang unter erbärmlichsten Bedingungen leben mussten. Etliche fielen Seuchen zum Opfer, andere verhungerten. Als diese Missstände in Deutschland bekannt wurden, war der ohnehin angekratzte Ruf des Texasvereins nicht mehr zu retten.

Historisches Meisterstück
Meusebach schaffte es schließlich, die Verhältnisse zu stabilisieren. 1847 gründete er den Ort “Friedrichsburg”, benannt nach dem Prinzen von Preußen. Meusebachs größte historische Leistung bestand jedoch darin, mit den Indianern einen Friedensvertrag auszuhandeln: die Deutschen kauften Felle und Lebensmittel von den Komantschen, während diese im Gegenzug von Plünderungen der deutschen Siedlungen absahen. Einzigartig an diesem Vertrag ist die Tatsache, dass er von beiden Seiten nie gebrochen wurde. Es ist das einzige Abkommen zwischen Weißen und Indianern, von dem sich dies zweifelsfrei behaupten lässt.
Der denkwürdige Kontrakt wirkt bis heute nach – jeweils am zweiten Samstag im Mai wird in Fredericksburg, der Hochburg der deutschen Auswanderer, der “Founder’s Day” gefeiert. Bei diesem großen Fest treffen sich die Nachfahren des Barons von Meusebach sowie die der Komantschenhäuptlinge, die damals den Vertrag unterzeichneten. Geschenke werden ausgetauscht und gemeinsam raucht man eine Friedenspfeife, um den historischen Vertrag zu bekräftigen.

O’zapft is!
Erst mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs ließ der Zuzug deutscher Auswanderer nach. An der Schwelle zum 20. Jahrhundert lebten rund 100.000 deutschsprachige Menschen in Texas. Heute sind schätzungsweise eine Million Texaner deutscher Herkunft. 1978 wurde die “German-Texan Heritage Society” gegründet, ein Verein zur Wahrung und Pflege der geschichtlichen und kulturellen Traditionen der Auswanderer.
Die deutschstämmigen Texaner sind größtenteils im so genannten “German Belt” im Hill Country zu Hause, wo das deutsche Erbe – inklusive bodenständiger Kochkunst – allgegenwärtig ist. In Anlehnung an das Münchener Oktoberfest wird jedes Jahr Ende Oktober/Anfang November in New Braunfels das “Wurstfest” gefeiert – eine zehntägige Gaudi nach bester deutscher Tradition, die jährlich über 150.000 Besucher in ihren Bann zieht. "

Quelle: http://www.usa.de/ReiseZiele/Staaten/Texas/Magazin
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Deutschen Siedlern in Texas auf der Spur
( von Manfred Grund / Angeordneter in Thüringen)

Auszug:
"Sollte mich in Zukunft jemand fragen, so kann ich nur empfehlen, ein deutsches Fest in den USA zu besuchen. Es ist nicht nur lehrreich, sondern auch unheimlich lustig, den Mix aus deutscher und amerikanischer Kultur zu betrachten. Mit den Gedanken wieder etwas mehr von Texas kennengelernt zu haben, begaben wir uns, unterstützt von einer deutschen Blasmusik-CD auf den Heimweg. Ich freue mich bereits, für den Weihnachtsmarkt im Dezember zurückzukommen."

Quelle:http://www.manfredgrund.de/666.0.html
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Persönlichkeiten

FRIEDRICH ERNST
(der sogen. Vater der deutschen Einwanderer)

Auszug:

"Im Februar 1832 schrieb Ernst einen langen Brief an einen Freund in der deutschen Heimat, in dem er die Lebensbedingungen in Texas glorifizierte und Texas gewissermaßen als Paradies auf Erden ausmalte, obwohl er selbst mit Ehefrau und 5 Kindern nur in einer Hütte mit Strohdach, ohne Fenster oder Türen lebte. Nach seiner erzwungenen Flucht wäre das Gegenteil wohl auch eine Scham gewesen. Mit diesem Brief aber löste Ernst unbewusst und unbeabsichtigt eine Auswanderungswelle im nördlichen Deutschland aus: Der Brief wurde dort breit gestreut, sogar in einigen Zeitungen und 1834 als Broschüre veröffentlicht und ermutigte so andere Auswanderungswillige überwiegend aus dem Herzogtum Oldenburg, aus Holstein und Westfalen - ob aus wirtschaftlichen oder politischen Gründen (siehe „Dreißiger“) - zur Auswanderung nach Texas.
In der Folgezeit wurde Ernst zum wahren Wohltäter für seine Landsleute: Er stellte den Neuankömmlingen sein Haus zur Verfügung, bewirtete sie und unterstützte sie, soweit er konnte, sogar finanziell. So entstand sein Spitzname „Vater der Einwanderer“. Auch Robert Justus Kleberg und Albrecht von Roeder mit ihren Familien gehörten zu seinen ersten Gästen.
In späteren Jahren amtierte Ernst als Friedensrichter des Austin Countys.
1838 verkaufte er Anteile seines Landbesitzes an neue Einwanderer. Aus dieser wachsenden Siedlung entstand allmählich der Ort Industry (Texas), die erste deutsche Stadt in Texas. Der Austin County wurde so zum Ursprung des relativ geschlossenen deutschen Siedlungsgebiets ("German Belt") in Texas. Frühere Nachbarn in Deutschland waren oft auch in Texas wieder Nachbarn, so dass deutsche Sprache, Gebräuche und Traditionen auch weiterhin gepflegt wurden.
Ernst betätigte sich im Laufe der Jahre auf unterschiedlichsten Gebieten: Er pflanzte Obstbäume, baute Tabak an und stellte Zigarren her, die er in San Felipe (Texas), Houston und Galveston (Texas) verkaufte. Die sich entwickelnde Zigarren-Industrie gab seinem Heimatort später den Namen „Industry“. Ernst zeichnete die Wetterdaten (Niederschläge und Temperaturen) auf seiner Farm auf. Er gründete 1841 mit den Einwohnern von Industry und Catspring (Texas) den deutschen „Teutonia-Orden“. Er setzte sich beim texanischen Kongress für die Förderung der deutschen Einwanderung ein."

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Ernst_
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(A / Wasicun-win)

Das hatte ich auch vor zu posten ,
da ich einen Fernsehbericht darüber sah (gestern oder vorgestern)
da ging es um den Vater der Auswanderer und wie viele
Touristen diese Einfahrt in den Hafen heute nachempfinden wollen,
danke für das ausführliche erklären nochmals..

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( A / Elk )

He, Wasi,
wieso hab ich den Bericht verpasst ?????
Wo gab`s das, ich meine natürlich in welchem Kanal lief das..?

(gggg: "wo gab´s das " - wie eine Frage aus der ehemaligen ...- Antwort: Leider schon ausverkauft.
)
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(A /Wasicun-win )

Weiss ich nicht mehr sorry.. war in Nachrichten und danach ein Bericht .. ob auf n24 glaube ich..
es kam mir gleich bei deinem Bericht alles bekannt vor..
da sie einen jüdischen Rabbi mit Schülern befragten..

Viele Erwachsenen wollten anlässlich eines besonderen Tag ..
(wo die ersten Flüchtlinge ankamen )
das Gefühl ihrer Ahnen haben..und kamen auch in dieser Bucht
an..
Ich hatte leider den Anfang verpasst , so das ich nicht wusste
nach was ich im Netz suchen sollte

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Adlige und die Aussicht auf Macht

Der Zustrom deutscher Einwanderer, die von Ernst's euphorischen und stets nur positiven Briefen bezüglich Texas' mitgerissen wurden, hielt das Jahrzehnt über an.

Lange genug, um bei einer kleiner Gruppe -bis dato unbedeutender- Adliger in Deuschland die Idee aufkeimen zu lassen, sich in einem neuen Land mit Einfluss, Macht, Ansehen und natürlich Wohlstand zu versehen.
Ihre Idee war, in der nun unabhängigen Republik Texas, unter Umständen auch politischen Einfluss gewinnen zu können.
Gesagt - getan, das 'Texas Projekt' wurde ins Leben gerufen und ein Verein wurde gegründet: der Adelsverein - Verein zum Schutze Deutscher Einwanderer in Texas.

Tausende von Bauen wurden überzeugt, nach Texas zu kommen und den wirtschaftlichen Erfolg zu spüren. Ganze Dörfer in Deutschland wurden dadurch stark in ihrer Bevölkerung reduziert - manche komplett 'ausgewandert'.
Zwischen 1844 und 1847 kamen so ca. 7.000 Bauern und auch Handelstreibende nach Texas.

Viele der Einwanderer blieben einfach in Galveston, Houston und San Antonio hängen; einige erlebten die Neue Welt nur kurz, da die ersten Epidemien bereits eingeschleppt waren.
Wenngleich das Projekt den Verein finanziell ruinierte statt zu sanieren, bemühte man sich vom Verein aus, immer mehr eigenständige Gemeinden zu etablieren.

John O. Meusebach war einer der Adligen, der stark an der Auswanderungs-Motivation von Deutschen arbeitete und zugleich einer der Köpfe des Adligenvereins. Man spricht davon, dass er an die 35 Gemeinden zur Auswanderung bewegen konnte.

Die bekanntesten Orte, die von ihm und dem Verein gegründet wurden, waren New Braunfels und Fredericksburg, die heute noch eine deutliche deutschstämmige Bevölkerung aufweisen und in denen deutsche Traditionen hochgehalten werden.

Ein anderer massgeblicher Kopf war Henri Castro, der aus seinem Heimatgebiet, dem Elsass, mehr als 2.000 deutschsprachige Siedler zum Umzug animierte und den Ort Castroville gründete, dem Zentrum der Elsass-Deutschen.

Bis 1850 hatte der German Belt bereits seine Gestalt angenommen; man versuchte zwar weiterhin durch Briefe neue Auswanderungswillige zu finden, allerdings wurde es schwieriger, denn der Bürgerkrieg, der zwar erst etliche Jahre später beginnen sollte, zeichnete sich bereits ab und sorgte dann erst einmal für einen Stop der Einwanderungswelle.

http://www.magazinusa.com/us/states/show.aspx?state=tx&doc=54,002&dsc=Deutsche_Einwanderer_Texas_2
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(A / Elk)

Hi, Wasi, danke das Du hier mit so emsig an der Vervollkommnung des Themas mitarbeitest. Auf Grund Deines Links hab ich ( 1. Seite des Artikels) auch erfahren können, dass "Friedrich Diercks" der ursprüngliche Name von Friedrich Ernst aus Oldenburg - Holstein war, was ich auch bisher nicht so wußte. Man lernt also immer was dazu, juhu !
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(A / Wasicun-win)

Auch hierzu etwas gefunden was doch etwas nachdenklich macht..
Auszug ...Wobei ich bewusst den Oberbegriff der Überschrift nicht hier posten möchte
(ABER LEST SELBST ):

Alteingesessene und jüdische Emigranten nach 1933
von Fritz Pohle

Im Mexiko der 30er und 40er Jahre trafen drei europäische Minderheiten aufeinander, denen die deutschsprachige Herkunft und eine geringe Bereitschaft zur Assimilation gemeinsam waren, die aber darüberhinaus aufgrund ihrer unterschiedlichen kulturellen Prägungen und politischen Orientierungen in Gegensätzen zueinander verharrten, die nur selten überbrückbar waren.

Anders als Argentinien oder Brasilien war Mexiko traditionell kein Land deutscher Masseneinwanderung, abgesehen von einer landwirtschaftlichen Siedlung deutschsprachiger Mennoniten aus den USA, die sich in Nordmexiko niedergelassen hatten, gab es keine geschlossenen deutschen Siedlungsgebiete. Die rund 6.000 Auslandsdeutschen, die in den 30er Jahren - als naturalisierte Mexikaner oder deutsche Staatsangehörige - in Mexiko lebten, waren seit dem letzten Jahrhundert in kleinen Gruppen zugezogene Auswanderer und deutsche Firmenvertreter. Sie bildeten eine größtenteils in der Hauptstadt ansässige, gegenüber der mexikanischen Bevölkerung weitgehend abgeschlossene Minderheit. Kleinere Gruppen gab es auch in anderen Handels- und Wirtschaftszentren. Aufgrund ihrer geringen Zahl und nicht zuletzt aufgrund der gesellschaftspolitischen Entwicklungen im Mexiko des frühen 20. Jahrhunderts spielten die Mexiko-Deutschen in der Wirtschaft des Landes nur eine untergeordnete Rolle.

Quelle: http://www.matices.de/17/17ppohle.htm
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(A / Elk)

Hi, Wasi, da hast Du ja einen interessante 2-teiligen Artikel gefunden, der in seiner ("fast einen bissel verwirrend; also d.h. fast bissel anstrengenden") inhaltlichen Aufarbeitung auch ein Teil deutscher Geschichte ist und auch deutlich macht, was für ein "Schmelztiegel und von politisch geschichtlichen Wirren" durchzogener Staat Mexiko immer war.

Natürlich muß man ganz einfach das alles unter den darin beschriebenen Zeitgeschehen dieser Jahre (in Deutschland Anfang der 30`ziger Jahre bis 1945, den der damaligen Verbündeten und denen der Revolutionsjahre in Mexiko) "im Zusammenhang sehen" und kann das keinesfalls aus heutiger Sicht werten oder Aussagen der damaligen Zeit auf heute beziehen oder auf das Wesen "der Deutschen", etc....

Davor warne ich immer, denn das würde letztlich Niemand gerecht werden.
Aber man sieht, wie tief das noch verankert ist,denn Du hasst Dir ja auch nicht gewagt die Überschrift aufzunehmen, obgleich sie nur eine Zusammenfassung geschichtl. Geschehnisse ist, d.h. man fühlt einfach heute noch dafür "Unbehagen", was ich auch nachempfinden kann.
Gut aber alles nochmal aufzugreifen, denn es ist ja mit dem Oberthema nicht beabsichtigt das zu verfolgen was man doch oftmals mit den NA`s tat (tut..), d.h. nur "schwarz- oder weiß" zuzulassen..!"
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War für mich beim überfliegen wiedermal total spannend, denn diese Betrachtung "Exildeutsche in Mexiko" war mir bisher noch nicht untergekommen. DANKE vielmals für Deine Mühe !
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(John Donne)
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Re: Deutsche in Amerika

Beitragvon Elk Woman » Mo 29. Dez 2008, 00:02

(A / Elk )

Franz Daniel Pastorius
-Gründer des heutigen Germantown in Philadelphia -

"Germantown ist die älteste Siedlung deutscher Auswanderer in den USA.

1683 von deutschen Mennoniten unter der Führung von Franz Daniel Pastorius gegründet, blieb Germantown lange Jahre in deutscher Hand und entwickelte sich zum Vorzeigeviertel.
Erst Mitte des 18. Jahrhunderts kam es zum Zuzug der englischsprachigen Bewohner Philadelphias nach Germantown, die den Vorort als Sommerresidenz entdeckten. Bereits 1775 waren die angelsächsischen Einwohner in der Mehrheit.
Ende des Jahrhunderts flüchteten viele Philadelphians nach Germantown, um der grassierenden Gelbfieberepidemie zu entgehen. Unter ihnen auch George Washington. Er mietete 1793/94 das “Deshler-Morris House”. Es befindet sich gegenüber der “Germantown Historical Society”, wo die Geschichte des Viertels von seinen Anfängen bis zur Gegenwart dokumentiert ist."

Quelle: http://www.usa.de/ReiseZiele/Staaten/Pennsylvania/Sehenswuerdigkeiten/index-b-378-1208.html

"Germantown ist ein Stadtbezirk von Philadelphia, Pennsylvania. Sie war ursprünglich eine unabhängige Stadt, die 1854 in die Stadt Philadelphia eingemeindet wurde. Der ursprüngliche Name der Pennsylvania Dutch lautete Deitscheschteddel.
Die Stadt wurde 1683 von Franz Daniel Pastorius gegründet, nachdem die erste geschlossene Gruppe deutscher Siedler auf dem Schiff Concord in Nordamerika ankam. Die Gruppe bestand aus 13 Familien aus dem Krefelder Raum, den sogenannten „Original 13“.
In Germantown wurde 1690 die erste Papiermühle nach europäischem Vorbild gegründet.
1721 gründete der deutsche Pfarrer Antonius Jacobus Henckel die erste lutherische Kirche in Germantown. Bis zu seinem Tod am 12. August 1728 war Henckel hier tätig. Man beerdigte ihn auf dem Friedhof der St. Michael's Lutheran Church in Germantown. 1917 errichteten seine Nachfahren im Kirchhof einen Gedenkstein.

Bei Germantown fand während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges am 4. Oktober 1777 eine Schlacht statt, in der die Kontinentalarmee von englischen Truppen besiegt wurde, jedoch ermöglichte diese Niederlage den entscheidenden Sieg bei Saratoga wenige Tage später.
(Anmerkung: Die Schlacht von Germantown war eine Kampfhandlung im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg und fand am 4. Oktober 1777 zwischen der Kontinentalarmee unter George Washington und den britisch-hessischen Truppen unter William Howe in Germantown statt. Dabei siegte die britische Armee mit 8.000 Mann über die 11.000 Soldaten von George Washington.)

Der schwedische Reisende Pehr Kalm schrieb Mitte des 18. Jahrhunderts über die Siedlung:

"Sechs Meilen entfernt von Philadelphia liegt Germantown. Dieser Ort hat nur eine Straße, ist aber fast zwei englische Meilen lang. Er wird zum größeren Teil von Deutschen bewohnt, die aus ihrer Heimat nach Nordamerika kommen und sich niederlassen, weil sie hier Rechte genießen, die sie sonst nirgends besitzen. Die meisten Einwohner sind Handwerker, die fast alles in solcher Quantität und ausgezeichneter Qualität herstellen, dass diese Provinz in kurzer Zeit nur noch sehr wenig aus England brauchen wird."

Quelle:http://de.wikipedia.org/wiki/Germantown
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Deutsche Einwanderer und bekannte Deutschamerikaner

Eine Liste der bekanntesten Deutschen die vom 17. Jhdt. bis 20.Jhdt. in die USA auswanderten
und vom 17.- 19. Jhdt. nicht unwesentlich ( ja fast maßgebend am wirtschaft. Aufschwung) an der Entwicklung Amerikas mitwirkten, könnt ihr nachlesen unter:

http://de.wikipedia.org/wiki/Deutschamerikaner
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Und es gab auch zwei amerikan. Präsidenten mit deutschen Wurzeln:
·Dwight D. Eisenhower (sein Familienname kommt von Eisenhauer)
und ·Herbert Hoover (vom deutschen Familiennamen Huber)
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Und wen es noch weiter interessiert:

Deutsche Städtenamen in den USA

"In den meisten Bundesstaaten der USA gibt es Stadtgründungen durch Deutsche oder Städte mit deutschen Namen, z.B. :

Hamburg (New York), Stuttgart (Arkansas), Bismarck (North Dakota), New Braunfels (Texas), Minden (Kalifornien), Frankfort (Kentucky), Schaumburg (Illinois), New Baden (Illinois), New Minden (Illinois), New Berlin (Illinois), Frankenmuth (Michigan), Dresden (Ohio), New Berlin (Wisconsin), Kiel (Wisconsin), New Holstein (Wisconsin), Hanover (Pennsylvania) oder Hanover (New Hampshire).
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Zu den Städten und Stadtgründungen:

1.- Hamburg in der Nähe von Buffalo ist eine Stadt in der Nähe der Niagara-Fälle in Erie County, New York, USA. Die Einwohnerzahl beträgt 56.259 (2000), die Fläche 107 km², davon 0,1 km² Wasserflächen. Die Stadt grenzt westlich an den Eriesee.
Ein Bezirk von Hamburg ist Hamburg village mit 10.116 Einwohnern (2000).
Ursprünglich wurde die Gegend durch Erie-Indianer besiedelt. Die Stadt wurde 1874 von deutschen Auswanderern gegründet.
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2.-Stuttgard ist eine Stadt im US-Bundesstaat Arkansas und zusammen mit DeWitt County Seat von Arkansas Cou
Dieses Stuttgart wurde von Adam Bürkle, einem Auswanderer aus Plattenhardt, im Jahr 1878 gegründet. Bürkle, der 1852 nach Amerika ausgewandert war, arbeitete zuerst in Lansing (Michigan) als Pfarrer. Im Oktober 1878 gründete er mit 65 Personen eine Siedlung am Gum Pond, einem Teich, dessen Ufer Gummibäume aufwies. Als er 1880 ein Postamt in seinem Haus einrichtete, musste der Ort einen Namen bekommen. In Erinnerung an seine alte Heimat gab er diesem Ort den Namen "Stuttgart".
1882 wurde die Eisenbahn gebaut. Die Trasse führte aber nicht an dem Postamt vorbei; deshalb hielt der Zug auch nicht an Bürkles Siedlung. Bürkle besaß jedoch Grundstücke an der Eisenbahntrasse. So baute er eine Hütte in die Nähe der Schienen und nagelte ein Schild mit dem Namen "Stuttgart" an. Hier entwickelte sich das neue Stadtzentrum, etwa zwei Meilen südöstlich seines Hauses.
Stuttgart wurde 1884 zur Stadt erhoben.
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3.- Bismark ist die Hauptstadt des US-Bundesstaats North Dakota und des Verwaltungsdistrikts Burleigh County. Die Stadt am Missouri River ist die zweitgrößte des Bundesstaates. Sie ist Sitz eines katholischen Bistums und gilt als wichtiges Handelszentrum für Weizen und Vieh.
Bismarck wurde im Jahre 1872 als Edwinton gegründet. Der Name, der 1873 von der Eisenbahngesellschaft Northern Pacific Railway eingeführt wurde, leitet sich vom ehemaligen deutschen Reichskanzler Otto von Bismarck ab. Man wollte damit den deutschen Reichskanzler ehren und hoffte, damit deutsche Einwanderer in die Stadt zu locken."
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(A / Wasicun-win)

New Leipzig

New Leipzig ist eine City in Grant County, North Dakota, laut der Volkszählung von 2000 hat die Stadt 274 Einwohner.

Geographie [Bearbeiten]Nach der Behörde für Volksstatistiken hat New Leipzig eine Fläche von 2,3km² (0,9mi²). Die gesamte Fläche entfällt auf Land, New Leipzig besitzt keine Wasserflächen.

Im Gesamten des Countys ist neben der englischen Sprache auch noch die deutsche Sprache verbreitet. Sie wird noch von ca. 12,7% der dortigen Bevölkerung gesprochen
Es leben noch heute sehr viele ehemalige DDR - Auswanderer dort, vor drei Tagen ein Bericht darüber
gesehen


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(A /Elk)

KIEL in WISCONSIN

Kiel ist eine Gemeinde im Manitowoc County und im Calumet County im amerikanischen Bundesstaat Wisconsin. Im Jahr 2000 hatte Kiel 3.450 Einwohner und eine Fläche von 6,4 km², von denen 0,1 km² Wasser sind. Die geographischen Koordinaten sind 43°54'53" Nord, 88°1'55" West. Die Gemeinde Kiel liegt am Sheboygan River.

(Quelle : Wickipedia)
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Auch dazu wissenswert:
DEUTSCHE PROFFESSOREN in Wisconcin

Prof. Dr. Hans Adler
University of Wisconsin, Madison

lehrt Deutsche und Allgemeine und Vergleichende Literatur an der University of Wisconsin in Madison. Promotion 1978 (»Soziale Romane im Vormärz«), Habilitation 1987 (»Die Prägnanz des Dunklen«) an der Ruhr-Universität Bochum. Hans Adler gibt die »Monatshefte für deutschsprachige Literatur und Kultur« heraus. Zu seinen Forschungs- und Publikationsschwerpunkten zählen die Deutsche Literatur des 18. - 21. Jahrhunderts, Literaturtheorie, Ästhetik und das Verhältnis von Literatur und Philosophie.
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Prof. Dr. Klaus Berghahn
University of Wisconsin, Madison

ist Weinstein-Bascom Professor of German and Jewish Studies. Studium der deutschen Literatur, Philosophie und Geschichte in Köln und Münster, Promotion 1967. Anschließend Assistant und Associate Professor of German at the University of Wisconsin in Madison; seit 1973 Full Professor. Von 1998 bis 2005 Direktor des Center for German and European Studies. Zu seinen Interessengebieten zählen die Utopieforschung, Utopie und Literatur und Ernst Blochs Ästhetik des Vorscheins. Klaus Berghahn gibt u.a. die Zeitschrift »Monatshefte« und das Goethe-Jahrbuch heraus.
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(P.S: Findet noch Jemand seine Heimat- oder Wohnstadt ??)
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(A / Wasicun-win)

The German Element:
Deutsche Einwanderer in den USA (Gebundene Ausgabe)

Kurzbeschreibung
Vom Einfluß der deutschen Einwanderer auf den "american way of life" - erzählt in biografischen Geschichten.
Die amerikanische Geschichte ist eng mit der deutschen Geschichte verwoben. Seit den Anfängen der Besiedlung im 16. Jahrhundert fanden über sieben Millionen Deutsche in den USA eine neue Heimat. Amerikaner deutscher Herkunft bilden noch heute die größte Volksgruppe in den Vereinigten Staaten.
Die Spuren deutscher Auswanderer lassen sich bis in die Gegenwart zurückverfolgen. Wir sprechen heute vom "american way of life" und meinen Ikonen der Massenkultur, die einst nicht zuletzt von deutschen Pionieren entwickelt wurden. Wir reden von Blue Jeans, Micky Maus und McDonald's - doch wer weiß schon, wie das Hamburger Steak von der Alster an den Hudson River kam? Wer die Traumfabrik Hollywood in Gang setzte? Wer in Millionen von Menschen den Wunsch nach blauen Baumwollhosen weckte?
In acht repräsentativen biografischen Erzählungen wird ein Panorama deutsch-amerikanischer Geschichte ausgebreitet.
Wir werden Zeuge, wie es dem bibelfesten Juristen Franz Daniel Pastorius gelingt, 1683 die erste deutsche Siedlung in Amerika zu gründen. Wir erleben den preußischen General von Steuben dabei, wie er 1777 die amerikanische Kontinentalarmee drillt und ihr erster Generalinspekteur wird. Wir verfolgen den Franken Levi Strauss auf seinem Weg nach Westen, mitten hinein in den Goldrausch. Und über den Schwaben Carl Lämmle lernen wir die Anfänge einer der wichtigsten Institutionen der USA kennen: Hollywood.

The German Element - Deutsche Einwanderer in den USA
Herausgegeben von John C. Kornblum, Christoph Freiherr Schenck zu Schweinsberg
Vorgestellt von Jochen Thies

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UND dazu (Auszug ):

Dieses Buch kommt zur richtigen Zeit. Denn in den deutsch-amerikanischen Beziehungen baut sich seit knapp zwei Jahren eine Schlechtwetterfront auf, die nicht so leicht abziehen wird. Umso wichtiger wird es daher, daran zu erinnern, dass Nordamerika ein Kontinent der Deutschen ist. Seit den Anfängen der Besiedlung im 16. Jahrhundert fanden über sieben Millionen Deutsche den Weg nach Amerika. Und bei der Volkszählung im Jahre 1990 gaben knapp 58 Millionen US-Amerikaner an, deutsche Vorfahren zu haben. Daher ist der These des Autors zuzustimmen, dass Amerika im Kern eine angelsächsisch-deutsche Nation ist. Die allgemeine Wahrnehmung ist dagegen eine andere, nämlich die von einer ausschließlich angelsächsisch geprägten Nation.

Zur Ankunft der ersten Deutschen heißt es bei Christoph Schenck:

Die ersten deutschen Einwanderer erreichten im Oktober 1683 nach einer gefährlichen und entbehrungsreichen Reise über den Atlantik endlich das Land, in dem sie siedeln wollten. Amerika! Die Strapazen der Seereise waren überstanden, doch die Herausforderungen, die vor den Siedlern lagen, waren enorm. Denn wenngleich der Anblick der bunten Laubfärbung des "Indian Summer" ein prachtvolles Naturschauspiel bot,....

http://www.dradio.de/dlr/sendungen/buchtipp/226184/

Das liebe Elk meinte ich auch bei dieser DOKU was ich sah, dieses grosses Schiff was in der Bucht mit den ersten Deutschen Flüchtlingen ankam. Bestimmt spannend geschrieben, aber lest selbst weiter...
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(A / Elk )

Toll, danke Wasi !
Genau das meinte ich mit dem "maßgebenden Anteil deutschstämmiger Auswanderer an der wirtschaftl.- und kulturellen Entwicklung Amerikas".


Übrigens auch sehr gut und wahnsinnig interessant in der
4 teiligen TV-Produktion " Deutsche in Amerika" dargestellt. (Ich liebe diese Doku.)

Siehe:http://www.daserste.de/doku/allroundbeitrag_dyn~uid,shikltehk42w0rg1~cm.asp

auch:http://usa.usembassy.de/deutschamerikaner.htm
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Hier noch was als "Beigabe" zum Thema:

Deutsch als Amtssprache der USA ?
Von Bastian Sick

"Seit 200 Jahren hält sich hartnäckig eine Legende, die besagt, dass Deutsch um ein Haar die offizielle Landessprache der USA geworden wäre. Ein entsprechendes Gesetz soll nur an einer einzigen Stimme gescheitert sein. Der Mann, der die Wahl zugunsten von Englisch entschied, soll ausgerechnet deutscher Abstammung gewesen sein.

So wie das Ungeheuer von Loch Ness taucht auch die so genannte Muehlenberg-Legende alle Jahre wieder auf und findet regelmäßig neue Freunde, die zu ihrer Verbreitung beitragen. Das ist auch nicht verwunderlich, denn ihre Faszination wächst im gleichen Maße, wie Macht und Einfluss der USA wachsen.
Wer war dieser Muehlenberg, und was hat es mit der Behauptung auf sich, die USA wären beinahe deutschsprachig geworden? Hat es jemals eine Abstimmung in den USA über die offizielle Landessprache gegeben? Oder gab es sie zumindest in einzelnen Bundesstaaten?

Englisch war doch die Sprache der verhassten Kolonialherren, gegen die sich das amerikanische Volk im Unabhängigkeitskrieg erfolgreich aufgelehnt hatte. Wäre es da nicht vorstellbar, dass die jungen Vereinigten Staaten nach ihrer Gründung beschlossen, sich eine andere Sprache zu geben? Natürlich - vorstellbar ist vieles; Tatsache ist jedoch, dass eine Abstimmung über die Amtssprache der USA niemals stattgefunden hat, auch nicht auf regionaler Ebene.

Doch wie alle Legenden hat auch diese einen wahren Kern:
Am 9. Januar 1794 reichte eine Gruppe deutscher Einwanderer aus Virginia beim US-Repräsentantenhaus eine Petition ein, in der sie die Veröffentlichung von Gesetzestexten in deutscher Übersetzung forderten. Dies sollte den Einwanderern, die noch kein Englisch gelernt hatten, helfen, sich schneller mit den Gesetzen in der neuen Heimat zurechtzufinden. Doch der Antrag wurde vom Hauptausschuss des Repräsentantenhauses mit 42 zu 41 Stimmen abgelehnt. Der deutschstämmige, zweisprachige Sprecher des Repräsentantenhauses, Frederick Augustus Conrad Muehlenberg, der sich selbst bei der Abstimmung enthalten hatte, erklärte hinterher: "Je schneller die Deutschen Amerikaner werden, desto besser ist es."

Dies führte bei den deutschen Siedlern zu einer gewissen Verbitterung, die den Nährboden für jene Legende bildete, die eine Generation später aufkam und als so genannte Mühlenberg-Legende Berühmtheit erlangte: 1828, so ging das Gerücht, habe es in Pennsylvania eine Abstimmung darüber gegeben, ob Deutsch neben Englisch zweite Amtssprache werden sollte. Der entsprechende Antrag sei mit nur einer Stimme überstimmt worden. Die entscheidende Stimme, die Deutsch verhinderte, habe ausgerechnet der deutschstämmige Parlamentssprecher Mühlenberg abgegeben.
So lautet die Legende.

Zwar machten die Deutschen zu Beginn des 19. Jahrhunderts einen nicht unerheblichen Bevölkerungsteil im Staate Pennsylvania aus, doch war dieser nicht höher als ein Drittel. Auf die Gesamtpopulation der USA bezogen, lag der Anteil deutscher Einwanderer um 1830 gerade mal bei neun Prozent.

Ungeachtet dessen sind zahlreiche deutsche Wörter ins amerikanische Englisch eingedrungen, und gelegentlich kommen sogar neue hinzu, wie "fahrvergnuegen" und "bremsstrahlung". Die berühmtesten "Germish"-Vokabeln betreffen deutsche und österreichische Spezialitäten; die schaurigsten stammen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Wichtige Impulse stammten aus den Bereichen Hundezüchtung, Philosophie und Waffentechnik.

Deutsche Wörter in der englischen Sprache (kleine Auswahl):

alpenglow,gemuetlich ,Oktoberfest ,Angst ,Geist, Anschluss ,Gesundheit! (nach Niesen), Panzer,Autobahn, Pilsner, Automat, Glockenspiel,Pinscher,Bildungsroman,Hamburger,Plattenbau,
Beergarden,Hamster,Pretzel (von Brezel),Blitz ,Hausfrau,Polka,Pumpernickel
Bratwurst ,Coffee-klatsch Reinheitsgebot,
Concertmeister, kaputt,Rottweiler,Dachshund, Kindergarten,Rollmops,das ist gut , Kitsch,Rucksack
Delicatessen, Deli Knackwurst ,Sauerkraut, Sourkraut,Diener, deaner kraut (the krauts = die Deutschen) Schnapps, Diesel, Kriegspiel, Schnauzer (Hunderasse),Dirndl,Schnitzel, Doberman,Pinscher , lager beer, Spritzer, Doppelganger,Leberwurst, liverwurst , strudel ,dreck, drek , Lebensraum, U-boat ,Dummkopf Lebkuchen ,Umlaut,Edelweiss,Lederhosen,Waldmeister,Fahrvergnuegen,Leitmotiv,Waldsterben, Fest (z.B. Weer fest) Lied,Weltschmerz ,Fankfurter ,Muesli ,Wunderkind ,Fraulein, Wurst ,Neanderthaler Zeitgeist,Gasthaus , nicht wahr? , zigzag (von Zickzack)

Quelle: http://www.spiegel.de/kultur/zwiebelfisch/0,1518,295157,00.html
---------------------


DRESDEN in den USA

"Die Verbreitung des Namens ist hauptsächlich eine Folge der Auswanderung - aus Dresden und Sachsen.
Wenn man sich eine aktuelle Landkarte der USA ansieht, wird man den Ortsnamen Dresden nur fünfmal finden. Es sind dies die Dresden in
· Tennessee
· Ohio
· Maine
· New York
· Kansas

Diese kleinen Dresden-Orte haben noch ein eigenes Postamt. Folglich sind sie auch in jedem Telefonverzeichnis finden.
In anderen geographischen Verzeichnissen, wie dem GNIS oder in den Omni Gazeteers, sind weitere Dresden ohne eigenes Postamt aufgelistet. Durch Integration in größere Verwaltungseinheiten haben diese Orte schon längst ihre Selbständigkeit eingebüßt. Teilweise sind die Dresden-Orte mit dem postalischen Zusatz "rural" zu erreichen, teilweise existieren sie nur noch als lokaler oder historischer Begriff.
Durch die Zusammenfassung der Ergebnisse aus unterschiedlichen Quellen konnte ich insgesamt 27 Dresden-Orte ausfindig machen. Auch über 100 Straßennamen in den USA tragen den Namen Dresden

In der Zeit der antideutschen Stimmung in den USA - zwischen dem ersten und zweiten Weltkrieg - sind zahlreiche deutsche Ortsnamen der Umbenennung zum Opfer gefallen. Nach meinen Erkenntnissen gilt dies aber nicht für die Dresden-Orte.
Es gab jedoch ein Dresden, das schon viel früher seinen Namen geändert hatte. Es handelt sich um Gene Autry im Carter County in Oklahoma. Vormals mit der Ortsbezeichnung Lou führte dieser Ort ab 1883 den Namen Dresden. Er wechselte schon 1887 in Berwyn und in den 30er Jahren in Gene Autry. Mit diesem Namen ehrte die amerikanische Nation schon zu Lebzeiten das Andenken eines seiner größten Country-Sänger und Entertainer.

Ein besonders erfolgreiches Beispiel der Zusammenarbeit mit amerikanischen Organisationen war die Suche nach einem heute nicht mehr vorhandenen "Dresden" in Missouri. Die Historische Gesellschaft Missouri, die Historische Gesellschaft des Perry County und das Concordia-Institut der Evangelisch-Lutherischen Kirche in St. Louis waren mir sehr behilflich.
Zur Geschichte: Im Jahre 1839 landeten 700 sächsische Lutheraner unter der Leitung des Dresdner Pfarrers Stephan im Perry County in Missouri, um hier eine neue Heimat zu finden. Sie gründeten die Orte Wittenberg, Altenburg, Frohna, Dresden und Seelitz und verbreiteten von hier aus den protestantischen Glauben in andere Bundesstaaten.
Noch heute erinnert eine Gedenktafel am Ufer des Mississippi bei Wittenberg an die Landung im 19. Jahrhundert.
Und in der Nähe von Frohna gibt es ein großes Freiluft-Museum, das Saxon Memorial, in dem noch heute die ursprünglichen Gebäude an die Zeit der Besiedlung erinnern. Die Gemeinde Dresden existierte nur wenige Jahre. Sie wurde schon bald in das nahegelegene Altenburg integriert. Heute ist Dresden nur noch ein historischer Begriff.

Die Suche nach unbekannten Dresden ist nicht immer nur eine Frage der Intensität - sehr oft spielt auch der Zufall eine Rolle. Durch meine Kontakte in das englische Dresden erhielt ich einen Hinweis auf Namensspuren von "Dresden" in East Liverpool, Ohio. Hier soll es ein ganzes Stadtviertel geben, in dem sich ehemalige Dresdner angesiedelt haben. Ansässige Porzellanwerke produzierten auch hier das weltbekannte Dresden-Porzellan. So klein die amerikanischen "Dresden" auch sind - manches Dresden ist durchaus ein Begriff für Superlative! Dresden in Ohio ist Weltmetropole der Korbwarenindustrie. Hier gibt es tatsächlich mehr Beschäftigte im Korbmachergewerbe als dieser Ort Einwohner hat. Sein attraktives Wahrzeichen ist dieses Haus in Form eines großen Einkaufskorbes."

Autor: Gert Bürgel
Quelle:http://www.europractica-dresden.de
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Re: Deutsche in Amerika

Beitragvon Elk Woman » Mo 29. Dez 2008, 00:20

(A / Elk )

Deutscher "Indianer"...

Ein Deutscher gehörte zu den letzten Komantschen, die den Eindringlingen aus Europa Widerstand leisteten.

Die Geschichte von Häuptling Hermann Montechema Lehmann
VON UTZ ANHALT:

"Hermann Lehmann führte ein Leben wie ein Westernfilm. Der deutsche Einwanderersohn kam 1859 in Texas auf die Welt. Seine Eltern waren Mitglieder des "Adelsvereins", einer Organisation, die Deutschen half, sich in Amerika anzusiedeln. Lehmanns Eltern waren in den Vierzigerjahren aus Hessen ins Hill Country gekommen, ein Gebiet nördlich von San Antonio - das Gebiet der Komantschen. Als Hermann Lehman elf Jahre alt war, entführten Apachen ihn und seinen Bruder. Willie konnte fliehen, Hermann blieb bei den Apachen und hatte Glück
Der Krieger Carnoviste adoptierte Hermann als seinen eigenen Sohn. Mit seinem Entführer Chevato schloss Hermann Freundschaft. Ab jetzt hieß Hermann En-Dah, White Boy. Er lebte sich in die Kultur der Apachen ein, vergaß seine hessische Familie, trank mit seinen neuen Freunden Tiswin-Bier und Mescal, überfiel mit ihnen andere Indianer, lernte das Überleben in der Wüste, Hirsch- und Kaninchenjagd, das Sammeln von Kakteenfrüchten, lernte, Wasser zu finden, wo die meisten Weißen verdurstet wären, und genoss nach tollkühnen Kriegszügen die Anerkennung seiner Apachengruppe.
Hermann White Boys Leben bestand aus Räubereien und Kämpfen. Leider tötete er während eines Mescal-Besäufnisses einen Medizinmann einer verfeindeten Apachengruppe, die seinen Adoptivvater Carnoviste ermordet hatte. Die Apachenregeln forderten Blut für Blut, und nach der Rache musste Hermann fliehen. Viele Monate versteckte er sich in einem Canyon, dann hielt er die Einsamkeit nicht länger aus. Der deutsche Indianer setzte alles auf eine Karte und suchte Komantschen auf, die Todfeinde der Apachen. Hätten sie ihn als Apachen angesehen, dann hätten sie ihn umgebracht. Doch die mächtigen Komantschen, die die Apachen aus den Prärien von Texas vertrieben hatten, nahmen ihn auf.
Ab jetzt hieß Hermann Montechema, lernte die Sprache der Numunu, wie die Komantschen sich selbst nennen, und lebte unter den Bisonjägern, die als die besten Reiter Amerikas galten und Raubzüge von Nordtexas bis in den Süden Mexikos unternahmen - über tausende von Kilometern. Hermann lernte reiten wie ein Komantsche, seine Feinde ritten in die entgegengesetzte Richtung, wenn sie auf die Spuren seiner Bande trafen. Und er wurde Häuptling, kämpfte mit den Quohada-Komantschen einen Vielfrontenkrieg: gegen die amerikanischen Bisonjäger, die Millionen von Bisons abschlachteten und den Plains-Kulturen damit die Nahrungsgrundlage entzogen, gegen die Texas Rangers und gegen die US Army.
Häuptling Hermann überfiel Mexikaner, stahl Pferde und Rinder. Seine Gruppe gehörte zu den letzten Komantschen im Widerstand gegen die USA, die sich in den Palo Duro Canyon im Texas Panhandle zurückgezogen hatten. Nach dem verlorenen Krieg zur Rettung der Büffel mussten die Komantschen und ihr deutscher Stammesbruder 1875 kapitulieren; die US Army zwang sie in ein Reservat im heutigen Oklahoma.
Seine deutsche Abstammung kam heraus, und der Komantschenschlächter Colonel Mackenzie "befreite" Hermann. Hermann dachte und fühlte wie ein Komantsche und hatte nicht das geringste Interesse, zu seiner Familie von Texashessen zurückzukehren. Seine Odyssee hatte kein Ende, und die Soldaten brachten ihn nach Friedrichsburg nördlich von San Antonio, zu seinen Eltern und seinem Bruder.
Vor allem Willie machte Hermann mit dem Weg des weißen Mannes vertraut, allerdings zunächst mit wenig Erfolg: Alkoholexzesse und wilde Schlägereien führten dazu, dass die christliche Gemeinschaft, die den "verlorenen Sohn" mit offenen Armen empfangen hatte, den jungen Wilden wieder hinauswarf. Hermann wurde zuerst Fuhrunternehmer, dann Saloonbesitzer. Die Freiheit der Prärien, die Ritte im weiten Land hatten seinen Charakter geprägt; aus der Sesshaftigkeit und dem bürgerlichen Leben wurde erst einmal nichts. Erst 1890, als er seine zweite Frau kennenlernte, nahm er das harte Los eines Ackerbauern auf sich. Er starb 1932, im Alter von 72 Jahren, als anerkanntes Mitglied der deutschamerikanischen Gesellschaft."
------------
"Hermann Montechemas Geschichte klingt fantastischer als Karl Mays Fiktionen von Winnetou und Old Shatterhand, und doch ist sie wahr. Die Frage stellt sich, ob Karl May (1842-1912), der seine Romane um die Zeit der Besiedlung des amerikanischen Westens in den 1870ern und 1880ern schrieb, von Grenzgängern wie Lehmann wusste und ob diese ihn inspirierten. Karl May, der Amerika erst am Ende seines Lebens bereiste, kannte die Literatur über die Indigenen genau. Auch wenn seine Geschichten Fehler aufweisen, sind diese nicht gravierender als in der Ethnologie seiner Zeit. Die deutsche Besiedlung von Texas hatte zur Folge, dass Berichte über die USA in Deutschland im Umlauf waren und eine immense Leserschaft begeisterten. Zu Hermann Montechema äußerte sich Karl May nie; die Forscher streiten aber darüber, ob eine andere wahre Geschichte - die des Apachenführers Cochise und des Scouts Tom Jeffords - das Vorbild für Winnetou und Old Shatterhand abgab."

(Quelle: TAZ.de, Print-Archiv)

Dazu auch: http://en.wikipedia.org/wiki/Herman_Lehmann

http://books.google.de/books?id=rWB0AAAAMAAJ&hl=de&source=gbs_book_similarbooks

-------------
P.S: Übrigens hab ich das Buch "9 Jahre unter Indianern" selber ( mal antiquarisch erstanden, bin froh über den Zufall..)
_______________________

(A / Wasicun-win)

Klingt spannend Elk, danke fürs einstellen des Link dazu.
Hab auch etwas gefunden , seht hier, ein Teil davon:

Oglala

Eine Reportage

von Kay-Uwe Hartleb

Obwohl Pine Ridge im US-Bundesstaat South Dakota ein eigenes College, einen eigenen Radiosender und eine unabhängige Klinik hat und deshalb zu den fortschrittlichen Indianer-Reservationen gehört, bedeutet das Leben darin noch heute Armut, Arbeitslosigkeit, Alkoholismus und Krankheit.
Pine Ridge ist ein Teil der Dritten Welt - inmitten der USA. Die Reservation besteht aus großen, weiten Steppen und unfruchtbaren Regionen, den Badlands.
Seitdem ihre Jäger-und-Sammler-Kultur zerstört worden ist, leben die Oglala von zugeteilten Nahrungsmitteln.

Eines der größten Übel in der Reservation ist die chronische Fehlernährung der Indianer.
Denn bis heute bestehen die Lebensmittellieferungen der Regierung vor allem aus Konserven.
Frischwaren und Vitamine sind kaum zu bekommen, stattdessen gibt es Cola und Chips.
Mit dem Lebensmittelmarken-Programm schlug Präsident Nixon in den Sechzigern den letzten Nagel in den Sarg der indianischen Selbstständigkeit.
Diabetes, Übergewichtigkeit, Bluthochdruck und Zahnerkrankungen grassieren unter den Reservationsbewohnern. Doch viel schlimmer noch ist der lähmende Verdruss, der die indianische Kultur mehr und mehr verfallen lässt.

An einem Morgen im Mai 1988 erwachte Leonard Little Finger.....
http://www.eco-world.de/scripts/basics/econews/basics.prg?a_no=2647
___________________

(A / Elk )

Hi, Wasi, ich hab aufmerksam den Bericht über Deinen Link gelesen, er passt vom Anliegen genau hier in den Thread rein, aber dann auch wieder nicht, da es ja nichts mit der Überschrift zu tun hat.
Bitte versteh mich nicht falsch, ich finde es inhaltlich hervorragend und sage Dir erstmal vielen Dank !
Doch hätte ich vielleicht einen eigenen Thread daraus gemacht, wie ich es gleich mal tuen werde, denn sonst verwischen sich die Inhalte wieder gegenseitig.
Auch über Leonard Little Finger gibt es soviel zu sagen, eine bemerkenswerte Person die ja einige hier auch im Forum persönlich kennen. Auch zu ihm ein eigenes Thema wäre interessant !

__________________

(A / Robert)

hier noch eine kleine Ergänzung über den "deutschen Comanchen", Hermann Lehmann. In einem meiner Unterlagen, über Gefangene oder ehemalige, später adoptierte Gefangene der Comanchen, finden sich einige Aussagen über Lehmann.
Wie bereits in Elk´s Beitrag beschrieben wurde er erst von Apachen (Lipan) mitgenommen und lebte bei diesen ca. sechs Jahre. Danach kam er zu den Comanchen wo er rasch Anschluß fand und sich mit ihnen, wie vorher den Apachen, identifizierte. Nach der militärischen Niederlage der Comanche mit den letzten Ereignissen im Palo Duro Canyon war die Gruppe von Lehmann eine der letzten der Comanche die noch eine Weile in Freiheit durchhielt. Quanah Parker hatte sich bereits ergeben und hat einige Zeit später diese Gruppe, bei der sich Lehmann befand, selbst ausfindig gemacht und in das Reservat geführt. Lehmann wurde zu seiner deutschen Familie zurückgebracht wo er zunächst nichts vertrautes Wahrnahm, weder er noch seine Mutter erkannten sich auf anhieb. Seine Schwester endlich identifizierte ihn eindeutig anhand einer Narbe welche sie ihm als sie noch Kinder waren versehentlich zufügte. Langsam kamen Erinnerungen zurück heißt es in diesem Bericht, und auch sein Name "Hermann" kam ihm irgendwie bekannt vor. Lehmann war zweimal verheiratet, die erste Ehe scheiterte, mit der zweiten Ehefrau entschloß er sich in die nähe der Comanche nach Oklahoma zu ziehen um sie öfter sehen zu können. Hier scheint er endlich sein Gleichgewicht u. seinen Frieden wieder gefunden zu haben und betrieb eine Farm oder Ranch, hatte oft Kontakt mit seinen indianischen Freunden u. Verwandten. Er wurde offiziell in die Stammesrolle des Stammes aufgenommen und erhielt eine Landparzelle wie jedes andere Comanche-Stammesmitglied.

Kürzlich stieß ich auf eine neue Bucherscheinung (Englisch) mit dem Titel:
Chevato - The Stoy of the Lipan Apache Warrrior who captured Hermann Lehmann

Es war dieser Lipan Krieger der Lehmann mitnahm und wohl eine wichtige Bezugsperson und Freund für Lehmann auch war. Es scheint das dies auch der Fall war als Lehmann zu den Comanche kam, den es wird in der Inhaltsangabe geäußert das Chevato auch unter den Comanche lebte. Noch heute leben Nachfahren von Chevato und ein Enkel war wichtige Quelle für dieses Buch.
Nachfahren der Lipan, an Anzahl leider sehr reduziert,leben heute unter den Mescalero auf deren Reservation.
______________________

(A/Elk )

Wow, das war aber ein interessanter, schöner Ergänzungsbericht, danke !
Besonders nachvollziehbar , da wir schon oft über die Ansiedlung Deutscher unter Führung des Barons
Hans Ottfried von Meusebach in Texas geschrieben haben und ihre besondere Beziehung zu den Comanchen.
Werde auch bei Gelegenheit Lehmanns Biographie "9 Jahre unter Indianer" noch mal neu lesen.
"Neun Jahre unter den Indianern": Gefangenschaft und Leben eines Texaners unter den Indianern (Taschenbuch) von Louis E. Brister

(Louis E. Brister, Ph.D. ist Professor für Deutsch als Fremdsprache an Texas State University in San Marcos am Rande der zentralen Hügellandschaft von Texas. Er beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit der Geschichte der deutschen Ansiedlung im 19. Jahrhundert in Texas.)

Hinweis:
Über Amazon von 16,50 € (neu) bis 4,20 € ( gebraucht) zu beziehen.
--------------

Weitere Empfehlung

"Dreißig Jahre unter den Indianern Nordamerikas: 1789 - 1822 "
(Gebundene Ausgabe)
von John Tanner (Autor), Heinrich Pleticha (Herausgeber)

"Nachdem der neunjährige John Tanner von zwei Indianern aus dem Stamm der Ottawa geraubt wurde, führt dieser über dreißig Jahre lang das Leben eines »weißen Indianers«. Sein Bericht ist eines der wenigen authentischen Zeugnisse über die Kultur der amerikanischen Ureinwohner zu Beginn des 19. Jahrhunderts."

Hinweis:
Über Amazon von 22,00 € (neu) bis 14,90 € ( gebraucht) zu beziehen.


P.S: Da lag mein Irrtum; ich hab wie ich gerade sah das Buch von John Tanner ( statt über Herrmann Lehmann; was ich mir nun auch noch besorge) mal antiquarisch erstanden.
Das Buch ist nicht nur optisch hochinteressant, da der Autor seine Memoiren dem Arzt Dr. Edwin James in die Feder diktierte und es das bisher ( soweit mir bekannt...?) einzige Buch von einem Insiter ist, der unter Indianern aufwuchs und 30 Jahre deren Leiden und Nöte, ihre Gewohnheiten und Sitten teilte.

_______________________

(A/Bruno)

Vielen Dank für den Artikel, den ich erst jetzt gelesen habe.
Hermann Lehmann war nicht der einzige Deutsche, der mit den Comanchen kämpfte. Es gab noch drei weitere Deutsche, einer hieß Adolf Korn, den Namen des Anderen habe ich nicht parat. Als Kerstins Vater für sein Buch der Treck nach Texas recherchierte stieß er noch auf einen Deutschen Namens Seitz, der mit seiner Mutter gefangengenommen wurde und auch bei den Comanchen blieb. Adolf Korn floh übrigens immer wieder von der weißen Gesellschaft auf die Comanchen Reservation. Schließlich gaben die weißen Behörden es auf ihn zu Zwangrepatriieren. Er lebte mit seiner indianischen Frau auf der Reservation und züchtete Pferde.
____________

(A/ Elk)

Hi, Bruno, danke für Deine Ergänzung. Zu Adolph Korn gibt es bei dem von mir auch hier erwähnten Buch: "Neun Jahre unter den Indianern" ( von Louis E. Brister) auf S. 390 auch eine Eintragung zu Adolph Korn.

http://www.amazon.de/Neun-Jahre-unter-Indianern-Gefangenschaft/dp/393523273X

___________________________________________________

Anmerkung

Vielleicht meinst Du diesen :

"German captive boys named Fischer,
who were enrolled with the warriors"


In dem Buch von WILHELM KAUFMANN (1911) :
"DIE DEUTSCHEN IM AMERIKANISCHEN BÜRGERKRIEG "
http://www.archive.org/stream/diedeutschen00kaufrich/diedeutschen00kaufrich_djvu.txt
findet man im Kapitel 155
(Die unionstreuen Deutschen in Texas):

"Die Wilden hatten auch viele Kinder der Deutschen fortgeschleppt.
Ende der siebziger Jahre fingen die Bundestruppen bei Fort Sill einen sehr hellhäutigen Comanchen. Es war der Sohn des Farmers G. Fischer aus Friedrichsburg.
Dieser junge Deutsche hatte 13 Jahre bei den Wilden verbracht, deren Sitten und Sprache angenommen und galt als der beste Schütze des Stammes.
Seine deutsche Muttersprache hatte er bis auf wenige Brocken vergessen. Er gewöhnte sich sehr langsam an seine neue Umgebung. "

------------
Nach heutigen Erkenntnissen hat sich also Rudolph Fischer doch nicht wieder "an seine neue Umgebung gewöhnt...." und einiges Anderes ist wohl auch der zeitlichen Aussage geschuldet,
also reformnotwendig, d.h.


„Rudolph Fischer hat sich anfangs sogar geweigert, zu seiner weissen Familie zurückzukehren. Er liebte das freie Leben und war bei den Comanchen durch seine Reit- und Schießkunst sehr geschätzt.
Dann ging er aber doch mit seinem Vater zurück nach Frederickburg und lebte dort auch 4 Monate., bevor er entschied sich aber dann endgültig für das Comancheleben entschied,
zumal er dort auch schon zwei Comanchefrauen hatte. Als lebte dann als Farmer und kam bald zu bescheidenem Wohlstand umso seine große Familie gut ernähren zu können.

Rudolph Fischer sprach wohl ein perfektes Deutsch mit leicht schwäbischem Einschlag und konnte gut deutsch und englisch schreiben. Einige Briefe aus dem Reservat sind sogar handschriftlich erhalten.
Er besuchte, während er mit den Comanchen auf Kriegspfad war, gelegentlich seinen Bruder Arthur in Fredericksburg, später machte er regelmässige Besuche bei seiner Familie,
den letzten im Alter von etwa 90 Jahren um 1940.“
(Leider hat er keine Aufzeichnungen direkt über sein Leben hinterlassen und es ist sehr schwierig, aus Erinnerungen der Enkel sichere Erkenntnisse zu gewinnen. Es gibt allerdings einige Fotos und ein Interview mit ihm. )


Quelle : Diese von mir zitierten Ergänzungen fußen ausschließlich auf den Recherchen von Professor Guenther Fischer, Stuttgart /und Ehrenbürger der Stadt Friedericksburg





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Hinweis: Die Datenrückführung dieses Threads ist hiermit abgeschlossen. Postings sind ab sofort möglich. (elk)

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Fundstücke in Museen

Beitragvon Elk Woman » Mo 13. Apr 2009, 18:14

Gestern auch für euch auf meinem Osterausflug nach Schleswig im dortigen Volkskundemuseum ( gehörig zum Landesmuseum Schleswig Holstein) entdeckt:

Ludwig Nissen

"Der Sohn eines Reepschlägers wanderte Herbst 1872 aus und begann als mittelloser 17 Jähriger in New York als Schuhputzer, Geschirrwäscher, Keller, Kassierer über kaufmännischer Angestellter dann eine Karriere zum angesehensten Inhaber eines Juweliergeschäftes in Brooklyn. "Er war der Begründer und Präsident der Handelskammer zu New York."
Ludwig Nissen kam aus dem heutigen Schleswig Holstein, seine Vaterstadt war Husum, der er 1921 ein Haus zu Zwecken der Volksbildung mit Bibliothek und Gemäldegalerie schenken wollte und mit dessen Verwirklichung auch gleich begann. Als er bereits 1924 an den Folgen einer Lungenentzündung starb, war gerade das Grundstück erst erworben und seine Zustimmung zum Entwurf des Gebäudes lag vor.
Testamentarisch verfügte er seine umfangreiche Kunstsammlung und Gegenstände aus der "Neuen Welt" nach Husum schaffen zu lassen. So gelangten Indianer- und Cowboyplastiken , "wie die bekannte Plastik des " Cheyenne " des amerikanischen Bildhauers Remington" in die nordfriesische Provinz."
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Re: Deutsche in Amerika

Beitragvon Elk Woman » Di 4. Jun 2013, 00:44

Karl Schurz

Er war der erste gebürtige Deutsche, der Mitglied des Senates der Vereinigten Staaten wurde.

Ein Deutscher als innenminister der USA und seine Rolle in der Indianerpolitik :

"Carl Schurz war amerikanischer Gesandter in Madrid. Er kämpfte als Brigardegeneral im Bürgerkrieg,
als dessen Ergebnis er die Abschaffung der Sklaverei erlebte.
Danach allerdings betrachtete er die Aussöhnung mit den Südstaaten als eines der wichtigsten Ziele
der amerikanischen Innenpolitik.

Nachdem er 1869 zum Senator von Missouri gewählt worden war, wurde er 1876 von Präsident Hayes
zum Innenminister berufen.
In dieser Position entfaltete er seine segensreiche Tätigkeit im Kampf gegen die Korruption,
gegen den skrupellosen Raubbau an den Wäldern und vor allem gegen die Verletzung der
Rechte der Indianer in ihren Reservaten."

http://www.steuben-schurz.org/gesellschaft/geschichte/carl-schurz/schurz.htm

Zitat :

"In seinem Aufsehen erregenden, erschütternden Bestseller »Begrabt mein Herz an der Biegung des Flusses«
hat Dee Brown die alten Märchen von Schurz' angeblicher Indianerfeindschaft neu aufgewärmt.
Abgesehen davon, daß dieses Buch in einigen Einzelheiten historisch nicht exakt ist -
die Darstellung von Schurz ist schlechthin falsch "


http://www.karl-may-stiftung.de/koch/weg.html
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Re: Deutsche in Amerika

Beitragvon Elk Woman » Di 4. Jun 2013, 15:22

Ottfried Hans (von) Meusebach

Der aus dem Lahn-Dill-Kreis) stammenden Otfried Hans Freiherr von Meusebach
gründete 1846 die Stadt Fredericksburg ( Friedrichsburg), nachdem er die von seinem Dienstherren
( Prinz von Solms-Braunsfeld) gegründete deutsche Siedlung Neu Braunsfeld ( New Brunswiek) im August 1845
verlassen hatte und neuer Generalkommissar des "Vereins zum Schutze deutscher Einwanderer in Texas" ("Mainzer Adelsverein" ) wurde.
Meusebach verzichtete in Texas auf seinen Adelstitel .

Die Auswanderung war zum Teil sehr liberale, gebildete Deutsche, auf der Flucht vor den sozialen, politischen und ökonomischen Bedingungen, die später in der Revolution von 1848 endete ( und der andere Teil kam aus der deutschen Arbeiterklasse .)

Der erste Siedler-Treck von 120 Personen erreichte Fredericksburg nach 16-tägiger Reise am 8. Mai 1846.

Anders als der Staat Texas, lehnten die Deutschen das Halten von Sklaven ab.
Deshalb weigerten sich viele Einwohner während des Sezessionskrieges in der Armee der Südstaaten zu dienen.
Sie mussten sich im Umland verstecken oder ins neutrale Mexiko fliehen. Die texanischen Behörden (Texasranger) jagten sie, sperrten sie in Gefängnisse oder töteten sie auf der Flucht.

Die deutschen Bürger von Fredericksburg haben den einzigen bis heute gehaltenen Vertrag mit Indianern vom Stamm der Comanchen dieser Gegend geschlossen.

Anmerkung : Auch bekannt als "Fort Martin Scott Vertrag" !
http://en.wikipedia.org/wiki/Fort_Martin_Scott

https://www.facebook.com/pages/Fort-Martin-Scott-Museum-Association/133539966710072

https://www.facebook.com/photo.php?fbid=556347631072972&set=a.448271515213918.93224.448226571885079&type=1&theater


Quelle :
http://de.wikipedia.org/wiki/Otfried_Hans_Freiherr_von_Meusebach
http://de.wikipedia.org/wiki/Fredericksburg_(Texas)
http://www.zeit.de/reisen/2012-05/fredericksburg-texas

Seit dem "Founder's Day " im Mai 1996, wurde jährlich am 2. Wochenende im Mai die Unterzeichnung
des Friedensvertrags vom 9. Mai 1847 zwischen den Nachkommen der deutschen Siedler und den Comanchen,
mit einem Powwow gefeiert

Leider ist diese gemeinschaftl. Feier in Erinnerung des Vertages und zur Erneuerung der Freundschftl. beziehungen zwischen Nachkommen dt. Einwanderer und der Comanchen Ende 2010 erheblich beeinträchtigt wurden, da ihnen der Veranstaltungsplatz (Powwowplatz ) am Fort Martin Scott , was in Eigentum der Stadt befand, entzogen wurde .

Grund: Weil die (früher im Fort zeitweilig ..stationierten) Texas Rancher ihre Ansprüche angemeldet hatten, um ihre... Gedenkstätte dort zu einzurichten , was vom Stadtrat genehmigt wurde.. ( Weil diese Organisation eben eine hohe Lobby in Texas hat ..?)

Anmerkung :
Was zu verständlicherweise großen Protesten bei der Comanchen Nation und vielen Fredericksburgern führte, auch im Hinblick auf das Verhalten der Texas Rancher gegenüber deutschen Vorfahren und den Comanchen.

siehe :

http://en.wikipedia.org/wiki/Fort_Martin_Scott
http://honorthetreaty.org/
http://honorthetreaty.org/plan.html

Was daraus geworden ist, entzieht sich meines Wissens :
Auf jeden Fall ist am 04.Mai 2013 ein Gedenk-Powwow "Ehret den Vertrag" angesetzt gewesen :

http://calendar.powwows.com/events/honor-the-treaty-powwow/

Hinweis :
die Links sind auch in autom. Übersetzung erreichbar; in Suchmaschine = Linkadresse eingeben
und dort autom. Übersetzung wählen.


________________________________________________________-

Nachtrag

Nachtrag zu Frederickburg, weil immer von „nie gebrochenem Vertrag „ die Rede ist, was von beiden Seiten dann doch eine schöne,
aber wohl doch eher romantische Verklärung ist :


Wie ich inzwischen hörte, war der Kontakt mit den Comanche in Fredericksburg in den Anfangsjahren sehr gut, der kam dann aber nach Missverständnissen und der Entführung von Kindern
sowie anderen schweren Übergriffen (von beiden Seiten) um 1865 ganz zum Erliegen, so dass es später nur noch Kontakte durch die German Captives (*) und deren Nachkommen gab.
Die Nachkommen hatten nach 1940 nur noch sehr wenig Kontakt, aber ab 1990 wurden die Besuche der Enkel wieder zahlreicher. Das war die Basis für die neu aufkommenden Pow Wow Traditionen.

Es gab eine sehr lange Unterbrechung, denn die Comanche zogen ins Reservat und mussten nach der Auflösung der Reservate von Kriegern zu Farmern und Ranchern werden,
die Deutschtexaner litten unter dem Krieg zwischen Nord- und Südstaaten. Dabei kämpfte Fredericksburg auf Seiten der Nordstaaten, aber New Braunfels engagierte sich mit den Südstaaten
( also auch eine Verklärung, d.h. das generell sich die Gebiete von Deutschtexas zu den Nordstaaten schlugen..)

(Quelle : Zitierte Recherchen v. Prof. G. Fischer )



(* ) Captives : meist als Kinder von Indianern entführten Weissen, die nach einer längeren Prüfungsphase als volle Stammesmitglieder aufgenommen wurden
und meist besonders gnadenlos gegen die Weissen kämpften. Wer nicht aufgenommen wurde, lebte als Sklave der Frauen ein trauriges Leben oder wurde irgendwo ausgesetzt.
Meist war das dann ein Todesurteil.
Nach der "Kapitulation" wurden sie meist zu ihren weissen Familien zurückgeschickt, fanden aber nie wieder zum weissen Kulturkreis zurück.
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Re: Deutsche in Amerika

Beitragvon Elk Woman » Sa 8. Jun 2013, 14:58

Zwischendurch mal eine Zusammenfassung aller Ereignisse, mit besonderer Empfehlung der 4 teiligen TV-Dokumentation
"Deutsche in Amerika"


"Mehr als 40 Millionen US-Amerikaner gaben bei der letzten Volkszählung „German“ als ihre Hauptabstammung an und mehr als ein Million Menschen sprechen Deutsch als Muttersprache. "
Auf den folgenden Seiten :

Wissenswertes zum Thema Deutsche in Amerika.
http://www.auswandern.us/deutsche-in-amerika.html


Und hier die wunderbare TV-Serie „Deutsche In America“

Folge 1 : „Ins Gelobte Land“

http://www.youtube.com/watch?v=sqT51CxgiDk

"Die Geschichte der Deutschen in den Vereinigten Staaten beginnt im 17. Jahrhundert mit der Gründung der ersten europäischen Kolonie auf dem späteren Staatsgebiet der USA.
An der europäischen Besiedelung des nordamerikanischen Festlandes waren Deutsche von Anfang an beteiligt, und bis ins zwanzigste Jahrhundert hinein bildeten sie -noch vor den Briten,
Iren und Italienern -sogar die stärkste Einwanderergruppe. Der größte Teil der deutschen Einwanderer kam in der Zeit zwischen der Deutschen Revolution von 1848/49 und dem Ersten Weltkrieg (1914--18);
ihren Höhepunkt erreichte die deutsch-amerikanische Migration im Jahre 1882, in dem etwa 250.000 Deutsche einreisten."

Hinweis :
Ab ca. 1:10 , die Geschichte der deutschen Auswanderer unter Meusebach mit den Comanchen !!!

(Schaut es euch an ! Vielleicht zeigt es ein Bild von „Weißen die ein bissel anders waren“….; d.h. ich bin eigentlich ziemlich stolz darauf…!)


Folge 2 : "Der Preis der Freiheit"

http://www.youtube.com/watch?v=MWJx5G_h8M

"Die deutschen Einwanderer haben das gesellschaftliche, geistige und kulturelle Leben der Vereinigten Staaten deutlich mitgeprägt, etwa im Bereich der Presse und der Religion.
Während die Deutschen bis ins 20. Jahrhundert eine der am besten organisierten und am höchsten angesehenen Einwanderergruppen des Landes waren, deren Mitglieder es gelegentlich
zu beträchtlichen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Karrieren brachten, zerfiel ihre kulturelle Eigenständigkeit im Verlaufe des 20. Jahrhunderts fast vollständig.
Hintergrund dieser jähen Assimilation war der Konflikt einer Bevölkerungsgruppe, die sich als amerikanisch verstand, aber auch in einem Land verwurzelt fühlte, das mit den USA in diesem Jahrhundert
zweimal Krieg geführt hatte. Abgesehen von einigen Minderheiten, die -- wie die Texasdeutschen und die Amischen -- Teile ihrer Kultur bis in die Gegenwart bewahrt haben, pflegen die meisten
Deutschamerikaner von ihrem kulturellen Erbe heute nur noch folkloristische Relikte."


Teil 3 : "Little Germanies"

http://www.youtube.com/watch?v=XJs1F6xH-FE

"Vereinzelt befanden sich Deutsche bereits unter den Pionieren, die die britischen Kolonien in Nordamerika mitbegründeten und besiedelten. In größerer Zahl kamen deutsche Einwanderer jedoch
erst seit den 1680er Jahren nach Amerika. Ihr Ziel war manchmal Upstate New York (dort u. a. das Mohawk-Tal) oder New Jersey, noch öfter aber Pennsylvania, dessen für seinen Liberalismus
bekannter Gründer William Penn in den 1670er Jahren zweimal nach Deutschland kam, um dort für die Besiedelung der Kolonie zu werben.
Auch Reiseberichte wie das 1756 veröffentlichte Buch Gottlieb Mittelbergers Reise nach Pennsylvanien im Jahr 1750. und Rückreise nach Teutschland im Jahr 1754[2] regten die Migration an."

Hinweis :
Hier auch am Anfang über Karl Schurz





Teil 4 : "Ein Volk wird unsichtbar"

http://www.youtube.com/watch?v=-rbA-mur6fU

Ich geh davon aus, dass dies der letzte Teil der Dokumentation war, obgleich hier Teil 3 steht... :

Siehe auch :
http://presse.phoenix.de/dokumentationen/2011/04/20110411_Die_Deutschen/20110414_Ein_Volk_wird_unsichtbar/20110414_Ein_Volk_wird_unsichtbar.phtml


---------------------------------------------------------


Auch interessant für Amerika-Interessierte (Gemischtes):

http://www.auswandern.us/archiv.html

http://tausendkleinedinge.blogspot.de/
"No man is an Island, entire of itself
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Re: Deutsche in Amerika

Beitragvon Elk Woman » Fr 14. Jun 2013, 16:24

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Re: Deutsche in Amerika

Beitragvon Elk Woman » Mo 8. Jul 2013, 00:15

Weiteres historisches Material zur Geschichte der Deutschen in Amerika im 18.Jhdt.

Viele Deutsche siedelten sich im Mohawk-Tal an,
im späteren Staat New York, um da ihre Existenz aufzubauen.
Dort gerieten sie in die verstärkten Kampfhandlungen während des Kolonialkrieges
und waren massiven Indianerangriffen, vorrangig der Mohawk, ausgesetzt.


Film :
Trommeln am Mohawk (Originaltitel: Drums Along the Mohawk)
ist ein US-amerikanischer Spielfilm aus dem Jahr 1939 von Regisseurs John Ford , mit HENRY FONDA

DAZU AUCH : "Das Leben an der Indianergrenze"
http://www.jaduland.de/north-central-america/usa/text/deutschtumusa3.html

und :
http://www.auswanderung-rlp.de/auswanderung-nach-nordamerika.html

----------------------------

Wissenschaftliche Arbeiten,
bestellbar bei:

LBZ / Landesbibliothek Speyer


Gerlach, Horst:

Germantown und der Beitrag der Pfälzer Mennoniten zum Werden Amerikas.
In: Gemeinde unterwegs. Mennonit. Gemeindebl. 3. 1976, 126-28.


Horch, Marianne:

Die Auswanderung der Deutschen nach Pennsylvanien im 18. Jahrhundert unter besonderer
Berücksichtigung der Pfälzer.
In: Nikolaus-von-Weis-Gymnasium, Speyer. Dreijahresbericht. [1976/78.] 1978, 57-60.

Lehr, Rudolf:

Sie kämpften und sie starben im Mohawktal. Die Pfälzer Kolonisten in Amerika unter ihrem Anführer
[Johann] Nikolaus Herchheimer.
In: Die Rheinpfalz <Ludwigshafen> / Frankenthaler Zeitung Grünstadt v. 23.5.1975.

---------------------------

Deutsche in Kanada :
http://www.geschichte-kanadas.de/Canada_ethnic/_deutsche.html

Kampf um den Mittelwesten:
http://www.karl-may-stiftung.de/koch/mittelwesten.html

siehe auch :

Aufbruch nach Amerika / Stadt Kaiserslautern
http://www.kaiserslautern.de/leben_in_kl/kultur/museen/theodor-zink-museum/publikationen/index.html?lang=de&download=01601
s. 13 (1709: Massenauswanderung nach New York)

---------------------------

Allgemeines zur Geschichte in dem Zeitraum

http://www.schule-studium.de/Englisch/USA/Kolonien.html

http://www.let.rug.nl/usa/outlines/history-1954-german/

------------------------------------

French and Indian War

„Der French and Indian War spiegelte die Auseinandersetzungen des Siebenjährigen Krieges wider, der während dieser Zeit in Europa geführt wurde. Gleichzeitig kam es auch zu Auseinandersetzungen in Westindien und der Karibik.
Bis während der 1740er Jahre hatte es zwischen der französischen und der britischen Partei in Nordamerika / Kanada die ersten Auseinandersetzungen gegeben. Der Bereich, in dem die Interessen französischer und britischer Siedler und Pelzhändler aufeinanderstießen, umfasste das Gebiet, das heute durch die großen Städte der Ostküste - New York, Philadelphia, Baltimore, Williamsburg bis zur kanadischen Grenze, dem Hudson und St. Lawrence-Fluß beschrieben wird. Der Konflikt spielte sich vornehmlich im Grenzgebiet von Virginia und Pennsylvania ab und entzündete sich an dem von französischen Truppen im Tal des Ohio 1753/1754 errichteten Fort Duquesne.

Ein Unternehmen unter dem Kommando des jungen Generalleutnants George Washington, der eine Truppe aus alliierten Indianern und englischen Waldläufern zur Vertreibung der Franzosen führte, scheiterte. Im Gegenzug wurde das britische Fort Necessity gebaut.

Sowohl die britische Regierung als auch die Armee selbst waren bei Ausbruch des Konfliktes nicht auf einen Krieg in Nordamerika vorbereitet, die Provinzverwaltungen in Neuengland uneinig. Besonders die deutschen Siedler in Pennsylvania, die zum großen Teil pazifistischen Glaubensgemeinschaften angehörten, weigerten sich zunächst, den Kampf zu unterstützen und traten erst 1754 in den Kampf ein.

Während im Herbst 1754 von England aus die ersten britischen Truppen in Marsch gesetzt wurden - ca. 700 Mann, das 44. und 48. Infanterie-Regiment - verschiffte Frankreich 3000 Mann in das Krisengebiet.

Der sich anbahnende Krieg wurde vor allem in den Wäldern geführt. Während die etwa 55000 französischen Siedler gegenüber einer halben Million britischer Einwanderer eindeutig in der Minderzahl waren, hatten sie zunächst doch die günstigeren Voraussetzungen auf ihrer Seite. Da die Franzosen vorwiegend Fallensteller waren, stellten sie für die indianischen Ureinwohner eine weit geringere Bedrohung dar als die landhungrigen Siedler der anderen Seite. Als Trapper waren die Franzosen mit der Charakteristik des Grenzkrieges in den Wäldern und auf den Flüssen weit besser vertraut und die überwiegende Zahl der Indianer kämpfte auf ihrer Seite.

Der Krieg war in erster Linie charakterisiert durch mit größter Grausamkeit geführte Überfälle von Terrorbanden aus Indianern und Waldläufern unter französischer Führung auf vereinzelte Siedlungen und Höfe, die Kriegsparteien zahlten Prämien für feindliche Skalps. Auf englischer Seite dominierten zunächst örtliche Miliztruppen das Geschehen. Stützpunkte und Forts wurden errichtet und umkämpft. Erst nach und nach gewöhnten sich die britischen Truppen an die speziellen Anforderungen des Waldkampfes und es wurden schließlich regelrechte Ranger-Einheiten ausgebildet, die die indianische Kampfweise annahmen und von denen Rogers Rangers in ihren grünen "Uniformen" bald berüchtigt waren.
Brachte der Feldzug von 1757 den Briten Niederlagen bei Louisbourg und Halifax sowie den Verlust von Fort Wiliam Henry, so eroberten sie 1758 die französischen Stützpunkte Fort Fontenac, Louisbourg und Carillon sowie im Jahr darauf Duquesne und Quebec, 1760 dann Montreal. Im September 1760 kapitulierte Neufrankreich, das Gebiet fiel an die britische Krone.

Der Sieg Admiral Hawkes über die französische Flotte bei Quiberon 1759 und der Kriegseintritt der Spanier auf der Seite Englands 1761 das Ende der Auseinandersetzungen ein, der Vertrag von Paris beendete 1763 sowohl offiziell den French and Indian War als auch den Siebenjährigen Krieg. Großbritannien erhielt die nordamerikanischen Gebiete östlich des Mississippi einschließlich Spanisch-Florida, Spanien vereinnahmte als Ausgleich das westliche Mississippi-Tal von Frankreich.“

Quelle :
http://www.rofur-flags.de/listen6f/french_indian.htm
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Re: Deutsche in Amerika

Beitragvon Elk Woman » So 5. Jan 2014, 00:43

Mal wieder etwas Interessantes zu einem meiner Lieblingsthemen ;) gefunden :

von Rainer Hatoum
„Der wilde wilde Westen...“ - Die Deutschen und die Eroberung des Westens"


http://www.geschkult.fu-berlin.de/e/relwiss/forschung/vw-stiftung/hatoum/hatoum_2007_der_wilde_wilde_westen.pdf
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