Indianische Casinos und die Verwendung der Gewinne




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Indianische Casinos und die Verwendung der Gewinne

Beitragvon Elk Woman » Sa 28. Jan 2012, 00:57

"Vor drei Jahren haben sie im Südwesten des Ostküstenstaates Connecticut ihr "Mohegan Sun"-Casino eröffnet und jetzt klappern die Dollars. Täglich lassen über 25000 Zocker ihr Geld bei den Mohikanern, soviel, dass sie bald ein 1500-Zimmer-Hotel eröffnen wollen, sowie eine Arena mit 10000 Sitzplätzen."

"Nur 15 Kilometer von ihrem 302 Millionen Dollar teuren Casino entfernt (das in der Mehrheit von Wall-Street-Banken finanziert wurde), betreiben die Verwandten Mashantucket Pequot ihr "Foxwoods"-Casino, das als das größte der Welt gilt. Die Pequot und die Mohikaner waren einst in einem Stamm vereint - Chief Uncas führte die ihm verbundenen Indianer aus der Gemeinschaft heraus und schloß sich mit seinen Gefolgsleuten den englischen Kolonialisten an. Heute, mehr als 360 Jahre später, setzten die beiden Stämme in ihren Casinos nahezu drei Milliarden Mark um."

"Der neue Reichtum freilich hat sich nur für eine Minderheit aufgetan. Obgleich von den 554 staatlich anerkannten Stämmen über 190 Glücksspielverträge mit den Bundestaaten abgeschlossen haben, kümmert die Masse der 1,3 Millionen Indianer, die in den Reservaten leben (geschätzte 500000 in Städten) weiterhin im Elend dahin. Fast jeder zweite ist arbeitslos, bezieht Sozialfürsorge, kärgliche Rente oder Arbeitslosenunterstützung.
Denn nur jene Stämme, die in der Nähe größerer Städte angesiedelt sind, profitieren von der Wettleidenschaft der Amerikaner - die jede Vorstellung sprengt. Offiziell verspielen die US-Bürger jährlich etwa 50 Milliarden Dollar. Nach Einschätzung von Experten aber setzen sie über - illegale - "bookmaker" das Sechsfache im Glücksspiel ein. Der Anteil der Indianer an dieser Zocker-Leidenschaft: um die 7 Milliarden Dollar."

Quelle:
http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelspecial/d-14103998.html
-------------

Und das sind die "wechselseitigen... Beziehungen" daraus :

http://indiancountrytodaymedianetwork.com/2012/01/27/natives-to-attend-glitzy-fundraiser-with-president-obama-78781
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Manchmal hab ich doch so meine Schwierigkeiten mit der Überlegung, ob nicht doch alles am schnöden Geld hängt und letztlich die Waagschale beeinflusst..?

LG,

elk
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Re: Indianische Casinos und die Verwendung der Gewinne

Beitragvon Hetane » Sa 28. Jan 2012, 17:07

Hallo "Elk"

zunächst möchte ich auf einen gravierenden Fehler in dem obigen Artikel hinweisen, wie so oft, werden hier zwei verschiedene Stämme verwechselt. Hier werden die Mohegan mit den Mahican ( auch Mohican ) verwechselt. Die Bezeichnungen dieser zwei Nationen sind ähnlich, aber rein zufällig. Beide Stämme gehören zur Algonkin – Sprachgruppe, unterscheiden sich jedoch wesentlich in der Sprache. Mohegan leitet sich von dem Wort >Mahiingan< ab, welches Wolf bedeutet. Mahican leitet sich dagegen von dem Wort >Muheconneok< ab und bedeutet etwa >Leute vom Wasser, welches niemals still steht< gemeint ist der Hudson River. Diese Verwechslung wurde z. b. nicht nur von J: F. Cooper , zu späterer Zeit auch durch Hollywood und andere Filmgruppen beibehalten. Ebenso nicht richtig ist die hier im obigen Beitrag erwähnte, ursprüngliche Einheit der Pequot und der Mohikaner. Richtig ist hier die ursprüngliche Einheit ( Stammeszugehörigkeit ) von Pequot und Mohegan . Uncas selbst hat die Abspaltung der Mohegan nicht herbeigeführt. Die Abspaltung von den Pequot geschah etwa zur Kinderzeit von Uncas ( Uncas soll etwa kurz nach 1600 geboren worden sein und starb etwa 1682.

Meines Wissens gibt es in den USA derzeitig 565 anerkannte Stämme.

Bezüglich der Spielcasinos innerhalb der Reservationen herrscht hier in Deutschland eine zumeist klischeehafte Meinung, wonach es den Bewohnern der entsprechenden Reservate sehr gut zu scheinen geht. Dies entspricht jedoch nur wenigen Ausnahmen. In den USA ist es sehr schwierig, eine Baugenehmigung für ein Spielcasino zu erhalten. Die Reservationen, aufgrund ihres Sonderstaus, bilden hier eine Ausnahme, weil sie nicht den allgemein gültigen Gesetzen der USA unterliegen. Dieses begünstigt die Errichtung solcher Stätten auf Reservatsland. Die oft sehr hohen Investitionen solcher Casinos werden jedoch zumeist von Fremdinvestoren finanziert, somit fließt nur ein Teil der Gewinne in die jeweiligen Stammes - Kassen. Gleichwohl bringen solche Einrichtungen natürlich Arbeitsplätze auf die Reservationen und sichern somit das Einkommen vieler Familien. Der Großteil der jeweiligen Reservatsbewohner hat diese Casinos zumeist noch nicht von innen gesehen, bzw. besucht

Gruß Hetane
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Re: Indianische Casinos und die Verwendung der Gewinne

Beitragvon Elk Woman » Sa 28. Jan 2012, 18:57

Danke, Hetane,

für die inhaltliche Berichtigung des Spiegel Artikels ( bin darauf nicht eingegangen, weil es mir eher um das Gesamtthema ging), da es ja wichtig ist solche geschichtl. Schnitzer der Artikelschreiber auch nicht so stehen zu lassen.

Auch mit Deinen Ergänzungen zu den Sonderrechten zum Betreiben eines Casinos hast Du Recht und das der Anteil am Gewinn der in die jeweiligen Stammeskassen fließt für Investititionen im Stammesgebiet mit genutzt wird und Arbeitsplätze schafft.

Bei meinem verlinkten Artikel der Spenderveranstaltung zur Wahlkampfunterstützung hatte ich "nur.." so ein komisches Bauchgribbeln, d.h. als ich über die doch "gleichfalls dadurch mit entstandene Mehr-Klassenschicht " bei den Natives las ( die man nun wirklich nicht beschönigen kann...? ) und die Beweggründe und Höhe der Mitfinanzierungen durch die "Klasse" der zu unerwarteten Reichtum gekommenen Natives. Deren Beteiligung an einem Wahlkampf durch Sonderstellung als außerwählte Gäste bei einer exklusiven Wahlveranstaltung..

Sorry, aber auch darüber muß man sich schon mal wundern, d.h. für mich persönlich hat jedes Ding zwei Seiten oder "etwas eigenartige Win-Win Wechselbeziehungen" ( die nicht immer sich nur zum Wohle der Stammesgesellschaft auswirken), die ich einfach nicht überlesen kann...

LG,

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Re: Indianische Casinos und die Verwendung der Gewinne

Beitragvon Rob » Sa 28. Jan 2012, 23:28

Danke für deine Berichtigung, Hetane. Ein gern begangener Fehler, die Mohegan und die Mohican zu verwechseln. Wobei das mittlerweile schon als klassischer Verwechsler anzusehen ist und mich immer wieder wundert wie hartnäcking er sich hält.
Zum Thema Casino darf ich noch Ergänzen dass mehrere Indianerstämme durch diese Casinos gleichwohl auch zum Gemeinwohl der weißen Bevölkerung beitragen. Sei es durch Schaffung von Arbeitsplätzen, die durchaus auch an Weiße teilweise vergeben werden, oder durch finanzielle Zuwendungen die an Städte oder Counties von den Indianern freiwillig abgegeben werden.
Siehe Links : http://www.pbpindiantribe.com/us-indian-gaming.aspx

http://www.mptn-nsn.gov/ (das Mashantucket Pequot Casino ist eines der Unternehmen die beträchtliche Steuereinnahmen für den Staat Connecticut bedeuten, daneben gilt es als Arbeitgeber und der Stamm unterstützt
staatliche und gemeinnützige Organisationen und Gemeinden durch finanzielle Zuwendungen durch das Casino).

Ich las vor ca. ein, zwei Jahren davon das ein kalifornischer Stamm, auch ein Kasinobetreiber, einem der Sioux-Stämme finanziell unter die Arme griff, ich glaube das war nach schlimmen Überflutungen als die Leute auf der Reservation in Not waren.

Diese Dinge sollten mal positiv erwähnt werden. Es gibt noch mehrere solcher Beispiele, die bezeugen das Kasino betreibende Stämme durchaus auch an das Gemeinwohl denken, und auch über den Tellerrand ihrer Reservationen zu schauen gewillt sind. Gleichwohl kam mir auch ein Bericht unter der besagt, dass ein Stamm versuchte bestimmte Stammesmitglieder von der Stammesrolle zu entfernen, und hier drängte sich der Verdacht auf es ginge um die finanzielle Aufteilung von Kasino-Einnahmen. So etwas kommt eben leider auch vor, ist aber zum Glück bislang eine Ausnahme.

Grüße

Rob
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Re: Indianische Casinos und die Verwendung der Gewinne

Beitragvon Elk Woman » So 29. Jan 2012, 00:06

Hi, Rob,

danke auch an Dich, das Du Dich beim Thema "Verwendung von Casinogewinnen" mit so konkreten Beiträgen mit einbringst, was ich immer auch als weiterführend und wichtig ansehe ( auch wenn ich mal einen mir nicht so plausiblen Passus in ein Thema mit einbringe, weil ich auch so etwas mit als zu einem Thema in seiner ganzen Bandbreite ansehe, ohne es als primär betrachten zu wollen. )

Und wie man sieht, ist es manchmal für eine breitere Beteiligung zu einem Thema auch wichtig, die Diskussion etwas von hinten aufgezäumt "anzuwärmen" ;) :P

Natürlich hast Du (und auch Hetane, wie schon erwähnt) durchaus Recht damit :
Diese Dinge sollten mal positiv erwähnt werden.


Zu den mich beschäftigenden Fragen hab ich aber trotzdem noch keine Antwort gefunden (d.h. diese Gelder in der Höhe auch für Lobbysachen einzubringen..) Bin manchmal bissel hartleibig, gell :mrgreen:

LG,

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Re: Indianische Casinos und die Verwendung der Gewinne

Beitragvon Elk Woman » So 29. Jan 2012, 00:27

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