Feiertage und Feiertagsgrüße




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Re: Feiertage und Feiertagsgrüße

Beitragvon Toque » Di 27. Dez 2016, 19:37

Hallo Elk,

klar sind mir die Mängel der damaligen Serie "Mein Freund Winnetou" bewusst, wenn er z.B. wie du angibst seinem zukünftigen Comanche-Freund den Namen Tashunko Wiktko verleiht. Aber es waren eben nicht diese Fehler, die dieser Serie einen eher mäßigen Erfolg brachten, sondern weil eben fast niemand (außer ich vielleicht) eine Serie erwartete, die auf die wirklichen Probleme der Native Americans aufmerksam machte:

ElK:Den Anspruch, auf die wahren Probleme der Indianer aufmerksam machen zu wollen, hatte natürlich niemand erwartet, wenn Winnetou draufstand und Pierre Brice drin war, weshalb die Serie nur mäßig erfolgreich war.


Wenn man nun darüber diskutiert ob diese Serie ihrem Anspruch gerecht wurde, kann man natürlich schon drüber streiten. Aber wenn der genannte Comanche sich bei den Cheyennes übergeben muss, weil er gerade unbewusst einen Hund verspeist hat, dann weißt dies z.B. auf tatsächlich existente Tabus bei den Native Americans hin. War es doch bei den Comanche verpönt sich an Hundefleisch zu sättigen.

Will hier nicht noch ausführlicher werden. Denn meine Meinung steht ja schon fest. Trotz manch aufzuweisender Mängel wurde die Serie ihrem Anspruch größten Teils gerecht:

In die Handlung wurden gewisse historische Elemente mit eingebaut, u.a. das Amt für indianische Angelegenheiten, das Verhältnis der Armee und der Eisenbahngesellschaften zu den Indianern und die sich dadurch ergebenden Konflikte. Aber auch Brauchtum und Kultur kommen nicht zu kurz. Die Serie hat fast semi-dokumentarischen Charakter. Für Interessierte durchaus sehenswert, kam die Serie allerdings bei der Masse der Fernsehzuschauer nicht an, gerade weil die Figur des Winnetou anders dargestellt wurde, als der Winnetou, der aus den Filmen bekannt war, wo mehr die abenteuerliche Handlung und weniger die Historie eine Rolle spielte.


Quelle: http://karl-may-wiki.de/index.php/Mein_Freund_Winnetou

Fazit:Gerade das damalige Bemühen des Filmteams ihrem Anspruch gerecht zu werden, bescherte ihnen also einen nur mäßigen Erfolg. Man erwartete eben wieder einmal den Winnetou der 60er Jahre.

Ich gebe dir ja unbedingt Recht darin, wenn du meinst, dass wir nicht mehr auf einen Nenner kommen. Wünsche trotzdem noch allen ein paar schöne Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Gruß - Toque
Toque
 
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von Anzeige » Di 27. Dez 2016, 19:37

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Re: Feiertage und Feiertagsgrüße

Beitragvon Elk Woman » Di 27. Dez 2016, 23:38

Na klar wünsche ich dir auch, ganz ehrlich , "noch eine schöne erholsame Jahresendzeit"
@J.,

( und nicht `trotzdem`...; d.h. ich bin doch wie gesagt nicht sauer wenn wir unterschiedlicher Meinung sind,
das ist völlig o.k., keiner soll sich verbiegen und schön, wenn man sich in den altmodischen..`Foren überhaupt
noch mit Jemand austauscht.)


Will sagen, ist eine ganz einfache Feststellung, ohne jeglichen Unterton,´das wir nicht auf einem Nenner kommen`,
weil wir es halt nicht sind, da jeder Mensch durch unterschiedliche Lebensschulen ging und auch
generell anders als ein Anderer gestrickt ist.
Ist doch o.k. , d.h. " wenn man das einfach so hinnehmend auch akzeptiert".


Zum TV Dreiteiler :

ALSO, der 2. Teil heute von der neuen TV Winnetou-Story war wirklich "ein absoluter Flopp",
(auch wenn erstaunlicherweise mir der Winnetoudarsteller allmählich doch irgendwie gefällt),
die Story war schrecklich, wie an den Haaren herbeigezogen, und sie hatte so überhaupt nix mehr mit Karl May zu tun.

Ts, ts, sie sollten wirklich die Finger ´von Indianer darstellen zu wollen´ lassen,
denn da gehen die " schamanischen Fantasien" mit ihnen durch ( und das ist dann wirklich übel, so zwischen Humbuck,
Aztekischen Fantasiegöttern, wilden rumgehüpfe mit bauchfreien Lederoberteilchen und sonstigen Zinnober.)
Schade um die mühevoll gebauten Kulissen und sonstigen Wildwestausstattungen damaliger Zeit,
die wirklich gelungen sind.

Also, Tipp an die Filmleute :

Macht ruhig eure Abenteuerfilme, aber lasst doch bitte die Finger von "Indianer"
( von denen habt ihr nämlich Null-Ahnung ;
über was auch nicht hinwegtäuscht, wenn alle dto. Darsteller mühevoll Lakota für ihre Rollen
sich anlernen müssen. )
- Die Grundlagen stimmen einfach nie;
was mich wundert, wo es doch genug Leute auch
hier gibt, die ganze Doktorarbeiten zu indigenen Stämmen schrieben,

d.h. welche `Berater`...werden da zum Kuckuck genommen, weil man vielleicht denkt :
"Passt schon + die Zuschauer merken es eh nicht...".
DOCH, DIE WELCHE SICH DAMIT BESCHÄFTIGTEN, DIE MERKEN ES und die urteilen dann zu Recht über schlechtes Handwerk !

( Na gut, ich werde mir auch den Donnerstag noch den letzten Teil ansehen, da ich halt mich etwas verpflichtet fühle,
hier auch über Schräglagen zu informieren; und das kann ich halt nur, wenn ich mir selber ein Urteil machen konnte.)



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Re: Feiertage und Feiertagsgrüße

Beitragvon Bärbel » Mi 28. Dez 2016, 07:35

Na, da bin ich aber froh, dass Du den zweiten Teil dann doch eher verrissen hast. Nachdem Du den ersten Teil als "Phantasie-Abenteuer" ja gar nicht mal sooo schlecht fandest, habe ich gestern dann doch das Fernsehen laufen lassen, während ich eigentlich was anderes machte, denn normaler Weise sind Deine Empfehlungen ja durchaus gut. Aber gestern, da ging mir so manches Mal die Hutschur hoch.

Lassen wir mal den Indianerkram weg und gucken mal so, wie jemand guckt, der zwar von Winnetou und Karl May gehört hat, sich ansonsten aber nicht mit dem Thema Indianer beschäftigt. Und was sieht dieser Zuschauer gleich am Anfang? ... Eine Herde "wilde" Mustangs, einen Typen, der zwar nicht unsportlich gebaut ist, aber ganz locker neben einem "davonrasenden" Mustang nebenherläuft, bis das Seil um den Hals gelegt ist, dieses ca. 600 kg Tier dann mit blossen Händen und frei auf der Wiese stehend am Seil ausbremst ... und sich auch gleich draufsetzen und reiten kann.

Dieser "nicht unsportlich gebaute Kerl" läuft am laufenden Meter mit nacktem Oberkörper rum, aber wenn er mit seinem Kumpel auf Tauchstation geht, da müssen die beiden natürlich in voller Ledermontur ins Wasser ... und wenn der Typ dann aus dem Wasser kommt, dann tropft er noch nicht mal ... Die Haare sind naß, aber ansonsten tropft nix und ist durch das WAsser auch nicht schwerer geworden.

Die Aztekisch angehauchte Säule da beim Schatz ... hmmm ... aber es gab auch mal einen Karl May Film mit Lex Barker, da hatten sie auch so Kulissen ... buche ich also mal ab als "an die Filmvorlage von damals angelehnt"

Die Klamottenwahl der Schwester hast Du ja schon angesprochen. Normaler Weise in komplettem, langen Kleid und ausgerechnet beim Tanz ums Feuer so ein Xena-Verschnitt ... gute Figur hat sie ja, aber Sinn macht das alles eben nicht.

"Old Shatterhand" will sich in der Höhle "opfern" und rappelt an Steinen - ja klar, auf dem Bauch liegend in engem Spalt hat er ja auch genug Kraft, Steine zu bewegen, die vorher, als all die anderen sich da durch gezwängt haben, nur blass gestaubt hatten - dann fallen Felsen zusammen, "Old Shatterhand" ist total eingestaubt, der Bandit auf der anderen Seite überhaupt nicht. Trotzdem kann man "Old Shatterhand" and den Füßen aus dem Spalt ziehen, aber die Staubschicht im Gesicht ist nicht mal angekratzt, geschweige denn, dass er Schürfwunden hat.

Oh Ihr Filmemacher, habt ihr ein Glück, dass ich jetzt dringenst zur Arbeit muss. Sonst könnte ich hier noch seitenweise weiter schreiben, wass ihr - völlig unabhängig von Fehlern zur Kultur der Indianer - da noch so alles an Regiefehlern gemacht habt

Gruß
Bärbel
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Re: Feiertage und Feiertagsgrüße

Beitragvon Elk Woman » Mi 28. Dez 2016, 14:05

Hihi, dieses mal ganz auf deiner Welle zu diesem `Machwerk`( aber man muss halt es immer differenziert betrachten,
so wie ich die handwerkliche Kunst der Kulissenbauer erwähnte
und im Gegenzug halt die schlechte Handwerkskunst der Produzenten.)


Also, um ganz ehrlich zu sein, es ist ein wirklicher Kinderfilm mit Spektakeleffekt und abstrusen Geschicht´chen..
Was du auch beim Beispiel "Mustang...-Fang" erwähntest, darüber hab ich auch da mein weises Haupt
geschüttelt ; also, so im Standbildmodus; Schlinge um den Pferdehals und dann gemütlich auf´s lammfromme Pferdchen...
( alle anderen Beispiele inklusive dto. auch bei mir so angekommen
und dazu noch ein völlig schizophrener `Mexikaner`, der wohl selber kaum weiß, was er eigentlich für eine Rolle im Film hat...ggg)


(O.k., mal sehen was ihnen für den dritten Teil noch für Schwachsinn einfiel.... :roll:
Ich hatte wirklich, selbst bei allen Abstrichen, dem ersten Teil mehr an Punkten vergeben; meine: "gegeben" :mrgreen: ,
da ich den Aufbau mit der Old Shatterhand Rolle als wahrer Karl May und seinen phantasievollen Diplomen etc., sowie seiner Affinität zu den Indianern,
halt interessant und mehr an das Buchwerk anlehnend empfand; besonders mich die Brückenkonstruktion begeisterte.. )

Na dann, bis später !

LG,
elk
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Re: Feiertage und Feiertagsgrüße

Beitragvon Elk Woman » Mi 28. Dez 2016, 15:48

O.k.; dann mal was zu den Hintergründen, so wie ich es gerade erst auf „Wicki“ gelesen habe :

http://karl-may-wiki.de/index.php/Winnetou_(TV-Dreiteiler_2016)#Produktion_und_Ausstrahlung

Zitate :
„Aufgrund, da die Sprache der Apachen zu kompliziert war, wurde auch das Skript in die Sprache der Lakotas umgeschrieben.
Darum sprachen alle Indianer im Film eine andere Sprache als die eigentliche Sprache der Apachen.

Bei der Gestaltung der Filme orientierte man sich den Kulturen verschiedener Indianerstämme.“


Anmerkung : Soso…; NO , so sollte man es halt nicht machen, denn das ist einfach Gequirltes“ !

Zitat :
„Das Team wurde während der Dreharbeiten von einem echten Indianer unterstützt, der als Berater für Indianerfilme fungierte.
Er hieß Robert Alan Packard und kam vom Stamme der Yanton-Sioux.
Robert Alan Packard spielte bereits in der Winnetou-Parodie Der Schuh des Manitu: als Berater-Schoschone mit.“


Anmerkung :
„Ein“ echter Indianer- und das reicht dann, um ganze Indianische Nationen ´durcheinander zu würfeln´..?“
(Ich verstehe schon die Beweggründe von R.A. Packard;
http://www.tagesspiegel.de/berlin/stadt-indianer-die-letzte-rothaut-in-berlin/246278.html
das man es als echte persönliche Chance ansieht und sich halt sagt; sonst schnappt es mir Jemand anders vor der Nase weg,
daher ´kann und will ich nicht ´über ihn und seine Arbeit hier richten !)


Zitat:
„Der Karl-May-Verlag Bamberg hatte nach Beendigung der Dreharbeiten im Dezember gegen die Verwendung der Winnetou-Titel in den Neuverfilmungen geklagt.
Der Karl-May Verlag beteuerte, dass die Handlung in den Drehbüchern nichts mit den Originalromanen von Karl May zu tun hätte.

Das Landgericht Nürnberg-Fürth entschied darauf zu Gunsten des Verlags. Die Filme durften nicht nach den ursprünglich, geplanten Titeln wie Winnetou und Old Shatterhand,
Winnetou und der Schatz im Silbersee und Winnetous Tod ausgestrahlt werden.
Das Gericht begründete das Urteil mit dem Satz "Wo Winnetou draufsteht, muss auch Winnetou drin sein" und ging damit auf den Gebrauch des Titelschutzrechts des Karl-May Verlags ein.

Nach der Urteilsverkündung gab die Produktion bekannt, dass der Karl May Verlag und Rat Pack Filmproductions sich noch nicht einig waren über die Verwendung bestimmter Titel
für die neuen Filme und dass der Name "Winnetou" in den Filmtiteln benutzt wird, allerdings wahrscheinlich mit Zusatztiteln.

Am Freitag, den 21. Januar 2016, strahlte der Sender RTL während des Werbeblocks zu ´Ich bin ein Star - holt mich hier raus!´einen ersten Vorab-Teaser zur Neuverfilmung von Winnetou aus,
mit einer Erinnerung an die alten Winnetou-Filme der 60er Jahre und den ersten bewegten Bildern der Neuproduktion.“


( Man macht sich lustig; wie nett… :roll: :
„Das Filmteam gab am 1. April 2016 bekannt, ihre Winnetou-Filme aufgrund des verlorenen Titelschutzstreits in J.F. Coopers Lederstrumpf umzubenennen
und die bereits gedrehten Teile entsprechend nachzusynchronisieren.
Die Titel der drei Filme sollten nun Lederstrumpf I - Der Traum von Freiheit, Lederstrumpf II - Das Geheimnis vom See und Lederstrumpf III - Blutsbrüder bis in den Tod lauten.
Noch am 1. April wurde der Scherz abends aufgelöst.“)



Kritiken :
"Facebook-Gruppe: "Nachdem verschiedene Personen auf der offiziellen Facebook-Seite der Produktion kritische Statements gepostet hatten, wurden einige davon gesperrt. "
Als Reaktion darauf gründete sich die Facebookgruppe "Winnetou 2016...So wird das nix".
Nach eigenen Angaben sollen dort "sachlich und konstruktiv Probleme einer aktuellen Karl-May-Verfilmung" diskutiert werden.
Inzwischen gehören dieser Gruppe über 100 Personen an (Stand: 13.01.2016).
Die Hauptkritikpunkte in den Diskussionen sind die problematische, da nicht historische und authentische Darstellung der indianischen Völker
und die erheblichen Abweichungen von den Romanvorlagen."


"Tage des indigenen Films (Rostock): Vom 16.-20. November 2015 fanden in Rostock zum wiederholten Mal die "Tage des indigenen Films" statt.
Im Rahmen dieses Filmfestivals hielt der indianische Autor und Journalist Red Haircrow (Cherokee/Apache) einen Workshop zur "Repräsentation Indigener in Film und Medien".
Unter anderem wurde dort auch der Dreiteiler kritisch kommentiert wegen der verfälschenden Darstellung der indianischen Völker."


„Bernhard Schmid, Leiter des Karl May Verlages, äußerte sich kritisch zu den Drehbüchern.
Sie seien nicht "frei nach Karl May, sondern frei von Karl May".
(zitiert nach Süddeutsche Zeitung vom 30.09.2015;
Artikel "Häuptling Grosser Reibach").“



Pers. Anmerkung
Dem ist eigentlich nix hinzuzufügen
( Außer:
Das der Karl May Verlag nun wegen Verstoßes gegen das „Titelschutzrecht“ die Produktionsfirmen verklagen kann,
- und hoffentlich es auch macht.


"Schon um eine Fortführung zu erschweren, denn auf ihrer offiziellen Facebookseite ist
wörtlich zu lesen : "Sollten wir weitere Teile planen"...
Großer Geist, verschone uns davor !" big_beten

e.
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Re: Feiertage und Feiertagsgrüße

Beitragvon Bärbel » Mi 28. Dez 2016, 16:15

Hihi .. ja klar ist Apache kompliziert ... und hier in Deutschland gibt es auch deutlich weniger Leute, die diese Sprache sprechen und auch bereit sind, sich für solch eine Produktion als Berater zur Verfügung zu stellen, da ist es natürlich einfacher, den ganzen Plot einfach auf Lakota umzustellen, Leute wie diesen Robert Alan Packard, die ja schon des öfteren mit ähnlichen Beraterjobs ihre Brötchen finanzeirten, findet man halt einfacher - und höchstwahrscheinlich billiger) ... Schade nur, dass schon wieder "Old Shatterhand" diese Sprache dann ganz fix fließend beherrscht, die Apachen aber trotz all dem Umgang in den letzten Jahren/Jahrzehnten mit ihren Nachbarn europäischer Herkunft das deutlich einfacher zu erlernende Englisch nur gebrochen beherrschen (dürfen).

Ich meine, sind wir mal ehrlich. Die meisten Produktionen, bei denen so manch einer meiner indianischen Schauspieler-Bekannten mitgespielt haben, haben auch so ihre Logik-Schwächen und was die Kultur der dargestellten Indianer angeht, waren diese Produktionen auch nicht immer leuchtendes (positives) Beispiel. Es waren Filme oder TV-Serien, die unterhalten sollten und für die entsprechende Zielgruppe haben sie das wohl auch. Das wird dieses Machwerk wohl auch schaffen ... für seine ganz persönliche Zielgruppe. Ich persönlich mag da vielleicht nicht zu dieser Zielgruppe gehören, aber da gibt es eine Menge Filme völlig unterschiedlicher Genren, bei denen ich nicht gerade zur Zielgruppe gehöre.

Tja, aber was diese Titelrechtsklage angeht, da ist es ja nun zu spät. Die Filme sind ausgestrahlt, bzw. der dritte Teil wird es morgen, die Werbung dafür war und ist voll von Winnetou- und Karl-May-Nennungen, jegliches Nachgeplänkel sorgt höchstens für noch mehr Aufmerksamkeit für eine Produktion, die vielleicht für eine bestimmte Zielgruppe ganz nett ist (obwohl man heutzutage auch deutlich mehr auf z.B. oben erwähnte Regiefehler und ähnliches achtet als damals, wo die Filme mit Lex Barker und Pierre Briece gedreht wurden), aber eben nicht mehr wie jede andere Produktion, die meint, ihre Geschichte im "Wilden Westen" spielen lassen zu müssen. ... Von Verlag-Seite her absolut richtig, eine solche Klage anzustrengen - vielleicht schreckt das ja dann auch mal andere Produktionen ab - aber für diesen speziellen Fall eben leider wirkungslos.
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Re: Feiertage und Feiertagsgrüße

Beitragvon Toque » Mi 28. Dez 2016, 18:37

Hallo elk,

mal was ganz was ganz anderes, verspüre ich doch nun keine Lust mehr, mich über diese missratene Filmproduktion auszulassen. Hast du doch Recht damit wenn du meinst:

Winnetou ist in Karl Mays Werken kein Àktivist`, sondern ein liebenswerter Menschenfreund und Versöhner!


Genau aus diesem Grunde habe ich ein paar Vorschläge, wie man es hätte besser machen können (aber micht fragt ja mal wieder keiner):

Natürlich war der fiktive Winnetou, in den Orginalwerken stets ein Chief, der darauf bedacht war mit den US-Amerikanern in Frieden zu leben. - Deshalb ist es auch falsch nach den historischen Vorbildern bei tatsächlich existierenden Chiefs zu suchen, die sich dem Widerstand gegen die Eroberung ihres Landes widmeten. - Auch wenn es heutzutage noch welche gibt, die in Cochise oder gar Tecumseh, das historische Vorbild für den Winnetou Karl May's sehen.

Dabei gab es so manche große Friedenshäuptlinge, auf die die Beschreibung des fiktiven Winnetou schon eher zutrifft. Klar sind sie keine Apache, aber diesen Stamm wählte Karl May alleine aus praktischen Gründen, da wohl über mehr Material der Apache-Sprache verfügte, als z.B. über die Caddo-Sprache der Pawnee.

Und in dem äußerst interessanten Buch „Karl May's Winnetou“
https://books.google.de/books?id=ZOA5Pg ... ou&f=false

wird die Überlegung geäußert, dass wohl Petalesharo II. und sein weißer Freund Frank North wohl schon eher Pate für diese fiktiven Geschichten gestanden haben.

Dies wird auch stichhaltig begründet, bzw. halte ich diese These für nicht allzu weit hergeholt. Wissen wir doch dass Karl May in Europa Buffalo Bill's Wild West Show durchaus aufsuchte, und dieser war eben mit Pawnee u. Lakota unterwegs. Und in der Tat war für die Pawnee Frank North nichts weiter als ihr weißer Häuptling. Wenn das nicht an den angeblich weißen Häuptling der Apache namens „Old Shatterhand“ erinnert.

Aber auch unter den Lakota hätte sich ein großer Chief finden können, der auf Ausgleich mit den Weißen bedacht war. Spreche hier natürlich von dem Sicangu Spotted Tail. Dieser hatte natürlich auch viele weiße Freunde die sich für einen „Old Shatterhand“ angeboten hätten. Einer davon hieß Steve Estes.

Will heißen, wenn man schon auf den Gedanken verfällt, dass Winnetou nicht unbedingt ein Apache sein muss, dann soll man es auch richtig machen. Vielleicht kommt ja mal ein guter Film über diese beiden großen Chiefs. Aber es würde sich auch anbieten einen Spielfilm über den Blackfoot-Chief Crowfoot, den Shoshoni-Chief Washakie oder gar den Ute-Chief Quaray zu drehen.


Dann hätten sie sich auch erspart, ihren Komparsen u. Schauspielern die Apache-Sprache beizubringen.

P.S.: Nach diesem Reinfall kann es ja eigentlich nur besser werden. big_regenbogen

Gruss - Toque
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Re: Feiertage und Feiertagsgrüße

Beitragvon Bärbel » Mi 28. Dez 2016, 18:54

Toque hat geschrieben:Genau aus diesem Grunde habe ich ein paar Vorschläge, wie man es hätte besser machen können (aber micht fragt ja mal wieder keiner):


Yep, und da bist Du nicht der einzige. Aber leider haben solche Produktionen einfach andere Prioritäten.
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Re: Feiertage und Feiertagsgrüße

Beitragvon Elk Woman » Do 29. Dez 2016, 00:32

Wo ich plädierte, das sie ganz die Pfötchen von den Indianerfilmen lassen sollte…),
da seid seid ihr mir ja welche… :wink: :

@Toque hat geschrieben:
"Genau aus diesem Grunde habe ich ein paar Vorschläge, wie man es hätte besser machen können (aber micht fragt ja mal wieder keiner)"

@Bärbel hat geschrieben :
"Yep, und da bist Du nicht der einzige. Aber leider haben solche Produktionen einfach andere Prioritäten."

Aber, Spaß beiseite ! :grin:

Hier noch einmal mehr Hintergrund dazu, warum ich das nicht so sehen kann,
wie du liebe@Bärbel :
„Tja, aber was diese Titelrechtsklage angeht, da ist es ja nun zu spät. Die Filme sind ausgestrahlt, bzw. der dritte Teil wird es morgen,
die Werbung dafür war und ist voll von Winnetou- und Karl-May-Nennungen, jegliches Nachgeplänkel sorgt höchstens für noch mehr Aufmerksamkeit für eine Produktion,.etc.“

ALSO ; hier der rechtliche Ablauf :

Im Dez. 2015 und Januar 2016 sah es noch so aus :

https://www.rechtsanwaltmuenster.com/2016/01/22/karl-may-verlag-setzt-winnetou-titelschutzrecht-durch/
bzw.
http://www.tagesspiegel.de/medien/rtl-neuverfilmung-verwirrung-um-namensgebung-winnetou-bleibt-winnetou/12762006.html

Zitat:
„Im Gespräch mit dem Medienmagazin DWDL.de und dem Tagesspiegel korrigiert RTL-Sprecher Christian Körner jedoch einen seiner Aussage nach falschen Eindruck
durch die voreilige Berichterstattung über das Gerichtsurteil: „Der Produzent und der Karl May-Verlag sind derzeit uneins über die Verwendung bestimmter Titel
für die Verfilmung, die wortgleich auch Titel von Büchern des Verlags sind. Nicht von dem Streit betroffen ist das Recht, unsere 'Winnetou'-Filme unter genau diesem Namen zu zeigen,
ob ohne Namenszusatz oder mit einem Namenszusatz, der nicht bereits vom Verlag verwendet wird."
(dpa)

Aber dann gab es im März 2016 ein bindendes EUGH Urteil :

„Denn auf Antrag der deutschen Constantin Film Produktion GmbH ordnete das Markenamt der Union (HABM) im Jahr 2013 eine Markenlöschung an
( in dem Fall auch der „Marke Winnetou“.)

Im März 2016 hob das Europäische Gericht dieses zugunsten des Karl May Verlages auf,
da das Markenamt in dem Fall nicht ausreichend differenziert hat ;
so dass nun der Titelschutz wieder in Kraft trat !“

http://www.leupold-legal.com/de/news/2016/03/EUGH-Urteil-Rechtssache-T-501-13.html

http://curia.europa.eu/jcms/upload/docs/application/pdf/2016-03/cp160033de.pdf


Und nun heißen die ausgestrahlten Teile doch so ; d.h. es liegt
( falls es keinen ´erfolgreichen`.. Einspruch gegen das EUGH Urteil von Seiten der Filmgesellschaft und RTL gab),
ganz klar ein Verstoss gegen ein Gerichtsurteil vor ,
und da hier der Ruf des Verlages zudem auch mit auf dem Spiel steht,
kann man sich wohl kaum leisten , dieses den Filmemachern so durchgehen zu lassen…!


e.
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Re: Feiertage und Feiertagsgrüße

Beitragvon Bärbel » Do 29. Dez 2016, 06:47

Elk Woman hat geschrieben:Und nun heißen die ausgestrahlten Teile doch so ; d.h. es liegt
( falls es keinen ´erfolgreichen`.. Einspruch gegen das EUGH Urteil von Seiten der Filmgesellschaft und RTL gab),
ganz klar ein Verstoss gegen ein Gerichtsurteil vor ,
und da hier der Ruf des Verlages zudem auch mit auf dem Spiel steht,
kann man sich wohl kaum leisten , dieses den Filmemachern so durchgehen zu lassen…!



Das ist richtig. Da bin ich auch - genau wie Du - völlig auf der Seite des Verlages, eine solche Klage muss sein ... für die rein rechtliche Seite. Aber sei ehrlich, wen der vielen RTL-Zuschauer interessiert tatsächlich dieses "Hintergrundgeplänkel"? Wen der Produzenten und wen bei RTL interessiert das? Sie haben eine Produktion gemacht, so wie sie es für richtig hielten und haben dazu alle Webevorteile genutzt, die sie nutzen wollten - völlig ungeachtet der rechtlichen Konsequenzen. Denn für sie zählt die Einschaltquote und die hatten sie. Sollten DANACH nun irgendwelche Forderungen kommen, so what? Die Zuschauer erinnern sich an das "Machwerk" und nicht an die Randnotizen über Namensrechte und so was. ... Erinnert mich irgendwie auch an die Pipeline in Dakota, wo die Ölfirma lieber wissentlich illegal weiterbaute und deshalb Konventionalstrafe in Kauf nahm als sich an Gerichtsentscheide zu halten ... Tja, die Profitgier ist doch immer wieder die gleiche: Lieber Geld scheffeln als Qualität abliefern.
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