x Betrachtung zu den ´Missions-Indianern´




Einwanderungsgeschichte in den USA, Kanada, Mittel- und Südamerika und allgemeine indianische Geschichte
USA, Canada, Central, and South America: Immigration history and general history of Native Americans

Moderatoren: Elk Woman, Bärbel

x Betrachtung zu den ´Missions-Indianern´

Beitragvon Elk Woman » So 28. Mai 2017, 22:56

Missions- Indianer und Indigene Wirtschaft

Ein interessanter Blick auf die Indianer in katholischen Missionen in Kalifornien,
Ende des 18. Jhdt`s - Mitte des 19.Jhdt.s,


von : Duane Champagne

„Tribal Unternehmen, Casinos und Stammes-Konzerne, sowie erfolgreiche einzelne indianische Unternehmen haben oft meine Aufmerksamkeit erregen.
Wie werden indigene Gemeinschaften oder Einzelpersonen auf dem heutigen Markt erfolgreich?

Ich weiß auch, dass Märkte in ihrem wirtschaftlichen Anliegen nicht vom Grunde her indigenen Menschen entsprechen.
Indigene Menschen respektierten die Welt, nicht als ein wirtschaftliches Gut für deren Ausbeutung, sondern als Ressourcen,
die langfristige Erhaltung und Umweltschutz benötigten.

Nicht weil die indigenen Menschen keine Märkte machen können, sondern die indigenen Kulturen beinhalten keine Anhäufung von Reichtum,
vor allem die Anhäufung von Reichtum für eine Re-Investition in mehr Produktivität und Reichtum, die heute doch marktbasierte -
oder kapitalistische Unternehmen kennzeichnet.“

„Was mich wirklich interessiert, ist, in welcher Weise können indigene Gemeinschaften oder Einzelpersonen auf dem Markt erfolgreich sein,
während sie indigene Kulturen, Gemeinschaften und Identitäten bewahren.

In vielerlei Hinsicht sind zeitgenössische Casinos solche Beispiele. Die Gewinne der Casinos sind in der Regel unter den Stammesmitgliedern gleichmäßig verteilt,
wie eine Pro-Kopf-Zahlung, und das Casino wird als kollektives Stammes-Asset gesehen.“

„Das Leben in Kalifornien brachte meine Aufmerksamkeit auf die wirtschaftlichen Errungenschaften der kalifornischen indianischen Missionen
von 1769 bis etwa 1845.
Die Missionen haben einen schlechten Ruf, so als Orte der wirtschaftlichen, menschlichen und politischen Ausbeutung.

Trotzdem waren die Missionen in ihren Tagen die produktivsten Wirtschaftseinheiten in Kalifornien.
Nach 1822 begann die mexikanische Regierung, die Missionen für die Unterstützung der Regierung von´Alta Kalifornien´ zu besteuern,
während andere mexikanische Staatsbürger keine Steuern zahlten.
Die Regierung von Alta Kalifornien befahl den Missionen die Regierung und die Armee zu versorgen und damit wurden die Regierungsdienste
auf den Rücken der indianischen Missionsarbeiter abgeladen.

Die Missionen wurden von einer kleinen Anzahl von Priestern verwaltet, nur zwei oder drei, ein paar Soldaten und Assistenten,
in der Regel weniger als ein Dutzend.
Das Nicht-Indigene Missionspersonal stellte die Leitung, aber viel von der täglichen Verwaltung und Arbeit wurde von indianischen Missionsmitgliedern gestellt.
Die Mission Indianer waren an die Hunderte, wenn nicht zuweilen mehrere Tausende.
Diese Indianer wurden nicht geschult Spanisch oder eine Indigene Sprache zu lesen oder zu schreiben.

Sie bekamen aber eine berufliche Ausbildung und arbeiteten als Maler, Cowboys, Richter, Fassmacher, Schuhmacher, Schreiner, Winzer , Landwirt
und bei anderen Aufgaben, die für eine Mission notwendig waren.
Mit relativ wenig Anleitung wurde die Missions- Indianer so zu produktiven Mitarbeitern, die nicht nur die Missionsgemeinschaft unterstützten,
sondern die Regierung von Alta California.“

„Nachdem die Missionen im Jahre 1846 und in der amerikanischen Zeit geschlossen waren, fanden viele Missions- Indianer dadurch Arbeit in der amerikanischen Wirtschaft,
weil sie bereits berufliche Fähigkeiten hatten, die gefragt waren. Viele ehemalige Missions- Indianer und ihre Nachkommen sind weiterhin stolz auf ihre beruflichen Fähigkeiten
und ihre wirtschaftlichen Beiträge im Laufe der Jahre. “

„ Wie haben dann die kalifornischen Missions- Indianer den Übergang zu umfangreichen- und wirtschaftlich produktiven Unternehmen gemacht?

Die rasche Zunahme der Siedlerpopulation und die Kontrolle über Land und Wasser hinderten die indianischen Dörfer daran, ihr kulturelles Gleichgewicht
und wirtschaftliches Gleichgewicht mit ihrem traditionellen ökologischen Umfeld zu bewahren.
Die Missionen bot also auch Arbeit und Schutz. Die Alternative war die Lohnarbeit auf den kolonialen Rancho´s.

Bei den Missionen nahmen die Indianer das Christentum an, bewahrten aber gleichzeitig viele Aspekte ihrer eigenen Kultur.
Sie respektierten den Katholizismus, sowie ihre eigenen Traditionen und die verschiedenen Traditionen anderer Indianer,
die aus kulturell und ethnisch verschiedenen Dörfern und Zeremonienpraktiken kamen. “

„ Die Mission Indianer erbrachten Arbeiten und Fähigkeiten, die für das neue Kolonialumfeld der intensiven Landwirtschaft,
Ranches und Produktion geeignet waren.
Kolonialpolitiker schlugen vor, dass die Missions- Indianer schließlich eigenständig außerhalb der Mission genug Land
für ihren Lebensunterhalt erhalten sollten, ähnlich der Reservate in USA.

Doch in Alta Kalifornien verabschiedeten die Missionare eine Position, dass das Land von den Missionaren in Vertrauen gehalten wurde
und die Indianer ihr Land dort unter missionarischer Führung bekamen, um es zu einem eigenen wirtschaftlichen Lebensunterhalt bringen zu können.

Im Jahre 1846 wurden die Missionen aufgelöst und die Indianer wurden dadurch bald von ihren kleinen und wenigen mexikanischen Landzusprachen enteignet.“


https://indiancountrymedianetwork.com/history/people/mission-indians-indigenous-economy/


Siehe dazu auch :

https://indiancountrymedianetwork.com/history/traditional-societies/reservations-versus-california-missions-either-protect-indian-land/

“Reservations Versus California Missions: Did Either Protect Indian Land?”
Einige kalifornische Missions Pfarrer (Padre) fühlten, dass sie Indianern helfen konnten.


Und die ganze `Geschichtliche Abhandlung `, hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Spanische_Missionen_in_Kalifornien
"No man is an Iland, intire of itselfe
(John Donne)
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