Eagle feather controversy - Die Adler-Feder Kontroverse




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Eagle feather controversy - Die Adler-Feder Kontroverse

Beitragvon Elk Woman » Mo 11. Mai 2009, 22:21

Native law group tackles eagle feather controversy
By Carol Berry, Today correspondent
Story Published: May 11, 2009


Native Law Group befasst sich mit Adler Feder Kontroverse


Boulder, Colo - Die Native American Rights Fund bildet eine Arbeitsgruppe, um staatliche Eingriffe in das Leben der Ureinwohner, die Adler Federn für ihre traditionellen Möglichkeiten verwenden, einzudämmen bzw. ein gemeinsames Konzept zu erarbeiten.

"Die Fans" von Federn aus den Schwänzen von Steinadler zahlen oft einen hohen Preis auf dem illegalen Markt, nach Angaben des Fisch and Wildlife Service.

Die Native American Rights Fund, der Nördlichen Cheyenne Tribe und die Association of American Indian Angelegenheiten, wollen das die staatlichen Behörden mit ihnen ein Konzept für traditionelle, handwerkliche Verwendung von legitimen Adlerfedern beschließen, da sie durch die massiven staatliche Überprüfungen verärgert sind. In letzter Zeit hat es massivere Kontrollen auch im Stammesgebiet und in privaten Wohnungen von Seiten der staatlichen Behörden gegeben, wo Jeder der im Besitz der Federn war einen Nachweis zu seiner Herkunft geben sollte.
Die Behörden der Fisch and Wildlife Service sagen, es diene allein dem Ziel der Aufspührung von illegalen kommerziellen Handel. Ausgangspunkt war das Aufgreifen von illegalen Händlern und Angebote auch im Ausland und über Ebay.

http://www.indiancountrytoday.com/national/44593187.html

Fans or feathers from the tails of golden eagles command a high price on the illegal market, according to the Fish and Wildlife Service. The Native American Rights Fund, the Northern Cheyenne Tribe and the Association of American Indian Affairs, together with other Native groups, will be crafting an approach to what some fear is an attack on legitimate traditional uses of eagle feathers, while others say recent raids only target illegal commercial uses.
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Re: Eagle feather controversy - Die Adler-Feder Kontroverse

Beitragvon Jana » Di 12. Mai 2009, 16:31

Hi Elk,

ich finde es wichtig, dass der Fish and Wildlife Service und die betroffenen Natives hier zu einer Einigung kommen. Meiner Meinung nach ist es richtig, von Besitzern von Adlerfedern einen Nachweis über die Herkunft zu verlangen, um illegalen Händlern das Handwerk zu legen und damit auch die Tierart zu schützen. So ähnlich ist das ja auch beim Elfenbein. Da muss auch nachgewiesen werden, ob die verarbeitete Ware aus legalen Beständen stammt, gerade in Zeiten, in denen die Wilderei wieder zunimmt. Gefährdete Tier- und Pflanzenarten und Produkte daraus sollten zu 100 % rückverfolgbar sein, z.B. über CITES-Papiere, und der Handel sollte über das Washingtoner Artenschutzabkommen geregelt sein. Diese Regeln sollten für alle Völker gelten, und die Tatsache, dass man einem indigenen Volk angehört, darf keinGrund für eine Ausnahme sein.

LG Jana
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Re: Eagle feather controversy - Die Adler-Feder Kontroverse

Beitragvon Elk Woman » Di 12. Mai 2009, 22:12

Hi, Jana,

ich persönlich vertrete auch "grundsätzlich" diese Meinung.
Die Schwierigkeiten sind dabei , wie auch in dem Originaltext nachzulesen ( deshalb "Kontroverse" ...) , dass die Native sich auf ihr Recht berufen, dass sie seit alters her unproblematisch bzw. ohne staatl. Kontrollen, Adlerfedern verwendeten für religiöse und kulturell-traditionelle Zwecke (was ja auch stimmt ). Nun kommen die Behörden und wollen Herkunftsnachweise ( sicher nicht für einzelne Federn, sondern für Steinadlerfedern die in ganzen Bustles etc. Verwendung fanden und von traditionellen Handwerkern, die sie zur Ausübung ihres Handwerkes in beträchtlichem Umfang daliegen haben.)
Da beginnt natürlich eine Anzahl von Problemen, denn das geht von Weitergaben, Vererbungen, Geschenken, bis zu Fremdbesitzer der Federn, d.h. die dem Handwerker das Material für ihre Sachen besorgten... Wahrscheinlich sind manche Federn gar nicht mehr ihrer eigentlichen Herkunft zuzuordnen, aber sind deshalb noch lange nicht illegal. Kaufzertifikate sind wohl bei den Native eher seltener anzutreffen..., denk ich mal. Trotzdem nutzen viele illegale , kommerzielle Händler gerade diese Tatsache und da beginnen die weit größeren Probleme, da ihre Geschäfte damit zudem auch bis ins Ausland gehen. Und die Nachfrage ist bei dem einen, wie bei den anderen stark gestiegen, so dass man zum Wohle des Artenschutzes wohl in jüngster Zeit noch massiver kontrollieren muß.. , was eben auch bei den Native als eine Art staatlicher Einmischung und Kontrolle angesehen und zu Ärger führt...

Ich hoffe, dass man gemeinsam einen Weg findet um dem Artenschutz Rechnung zu tragen, illegalen Handel einzudämmen und vielleicht einme Art Eigenkontrolle der Stämme für eine gesteuerte Beschaffung zu traditionellen Zwecken findet.

LG,
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Re: Eagle feather controversy - Die Adler-Feder Kontroverse

Beitragvon Jana » Mi 13. Mai 2009, 11:02

Hi Elk,

ich verstehe natürlich das Problem, dass es für viele Federn gar keine Nachweismöglichkeit mehr gibt, weil sie schon lange im Besitz der entsprechenden Personen sind (z.B. über Erbschaft) oder "über 5 Ecken" da gelandet sind, wo sie sich heute befinden. Vielleicht kann für solche Federn eine Art Bestandsschutz eingeräumt werden, und man legt eine Frist fest, ab welchem Jahr/Datum der Nachweis mittels Zertifikat Pflicht wird. Innerhalb der staatlichen Kontrollen könnte man ja die Besitzer der Federn befragen und über ihre mündlichen Aussagen ein Protokoll erstellen, das man dann zur Ausstellung eines "Bestandsschutz-Zertifikats" nutzt.

Mir ist auch klar, dass gerade Natives mit ihrer traumatischen Vergangenheit es nicht gern sehen, wenn sie in einem so sensiblen Bereich wie der Ausübung ihrer Religion sozusagen über die Hintertür der Adlerfedern zusätzlich kontrolliert werden, aber sie sollten die Notwendigkeit einsehen und begreifen, dass es sich hier um ein höheres Ziel handelt, nämlich den Artenschutz. So ein Herkunftsnachweis ist meiner Meinung nach auch etwas, auf das man stolz sein kann. Ich jedenfalls wär's, und wenn ich nichts zu verbergen habe, fürchte ich mich auch nicht vor Kontrollen. Die "indianische Seele" ist da zwar anders gepolt :mrgreen: , aber auch die Natives sollten in diesem Fall die übergeordnete Autorität der Regierung anerkennen.

Von Eigenkontrollen halte ich, ehrlich gesagt, nicht viel. Menschen sind so in ihrem Umfeld verwurzelt, dass sie allen möglichen Einflüssen unterliegen (Zugehörigkeitsgefühl zum Stamm und zur Familie, Freundschaften und Gefallen, die man jemandem schuldet), dass sie nur schwer objektiv bleiben können. Das ist so wie mit den Selbstverpflichtungen mancher deutscher Unternehmen, mit denen sie Engagement vorgaukeln und verhindern, dass die Regierung strenge Gesetze erlässt. Aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren. Vielleicht gelingt es ja gerade bei den Natives, eine Instanz aufzubauen, die allein nach den vorgegebenen Richtlinien handelt und nicht kompromittierbar ist.

LG Jana
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Re: Eagle feather controversy - Die Adler-Feder Kontroverse

Beitragvon Elk Woman » Mi 13. Mai 2009, 13:10

Hi, Jana,

ja, so einfach wie wir das sehen...ist es wohl ganz und gar nicht und wird noch einiges an Emotionen hochkochen. ..Hier soeben mal eine Auswahl der inzwischen geposteten Antworten auf den Bericht in Indian Today:
( ich lass mal die Namen der Poster aus rechtl. Gründen weg, denn das kann Jeder selber nachlesen)
---------
Auszüge:
"Keine Regierung der Vereinigten Staaten oder Stammes-Regierung vertritt die Anliegen der Native American Spirituality. Die Native American Church ist die einzige Organisation, anerkannt von dem Kongress der Vereinigten Staaten, bis heute, die für die Reinheit der amerikanischen Native in kulturellen und spirituellen Fragen steht. Die Tribal Regierungen und der Regierung der Vereinigten Staaten verwendeten sich in der Vergangenheit für das Ende der amerikanischen Native Spiritualität , durch besondere Interesse "für Gewinn" und "religiöse Organisationen". "

"der Adler und die Indianer waren hier vor jeder anderen Stelle, so sollen sie entscheiden, wer Federn bekommt . Lassen Sie die Regierung und alle anderen in die Hölle bleiben."

"Die aktuelle Genehmigung System wird natürlich nicht funktionieren. Es muss eine Überarbeitung des derzeitigen Systems ermöglicht - oder ein neues System eingerichtet werden.
Eine andere Möglichkeit ist , für alle Stämme ihre eigenen Volieren. Es gibt ein paar Stämme, die haben ihre eigenen Volieren, die ihren Stammes-Mitglieder schnell und einfach Zugang zu den Adler-Federn gibt (statt zu warten, bis die Bundesregierung mit ihnen gemeinsam handeln). "
-----------
Klngt also gar nicht nach einer einvernehmlichen Ansicht im Hinblick auf Artenschutz und Artenkontrolle...

P.S: Wobei ich persönlich mir gerade große Kopfzerbrechen mache betreffs der "Volieren"...? ( halten diese erwähnten Stämme etwa Adler in Volieren...?)

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Re: Eagle feather controversy - Die Adler-Feder Kontroverse

Beitragvon Brigitte_2911 » Mi 13. Mai 2009, 16:44

Natives und Adlerfeder gehört 100 pro zusammen.
Das war schon im Jahr 1600 so und wird auch immer so bleiben.

Cites Papiere sind wirklich wichtig und gehören auch dazu, aber die zuständigen Behörden sollten es nicht übertreiben.
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Re: Eagle feather controversy - Die Adler-Feder Kontroverse

Beitragvon Elk Woman » Mi 13. Mai 2009, 18:06

Hi, Brigitte,

ja, das ist eine Meinung ! ( Im Prinzip haben wir auch dem im "Grundtenor" zugestimmt) .
Aber wer sagt nun wie das gehandhabt werden soll ..., also "Nachweise ja", aber "in welchem Umfang" darf der Fish and Wildlife Service denn im Rahmen seiner Aufgaben agieren ?
Nicht übertreiben ist mir persönlich zu schwammig..., denn das heißt dann nur bei Nichtnatives ein Zertifikat anfordern oder ...? Wer reguliert denn bei den Native den inzwischen äußerst sensiblen Wildbestand dann und wer verhindert etwaige schwarze Schafe auch da ... Also, ist nicht so einfach in meinen Augen und Janas Überlegungen sind mir da schon bissel entgegenkommender , d.h. ab einem bestimmten Termin für Alle eine Nachweispflicht.

( Naja, ist interessant sich darüber mal mit den Kopf zu machen, d.h. befragt werden wir sowieso nicht dazu ; was auch o.k. ist :mrgreen:
Meine persönliche Einstellung steht aber auch immer noch bissel unter dem Schock des gelesenen mit den angeblichen Adler-Volieren bei einigen Stämmen ...? Das hätte ich wirklich mal genauer gewußt !)

LG,
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Re: Eagle feather controversy - Die Adler-Feder Kontroverse

Beitragvon Jana » Mi 13. Mai 2009, 19:25

big_grubel Also das mit den Adlern in Volieren beschäftigt mich jetzt auch sehr. Wenn es so was gibt, dann ist das eindeutig Tierquälerei. Schon in Deutschland diskutiert man, ob es vertretbar ist, Raubvögel in Volieren zu halten. Selbst die Flugvolieren sind in der Regel zu klein und nicht hoch genug, um ein wirklich artgerechtes Leben zu garantieren. Und unser Tierschutzgesetz ist im Vergleich zu vielen anderen Ländern sehr weit entwickelt.

Und was mich noch beunruhigt: Wie kommen die Leute jederzeit an die Federn der Adler in den Volieren? Die Vögel verlieren schließlich nicht jeden Tag welche, sondern auch nur zu bestimmten Mauserzeiten. Die einzige andere Möglichkeit, an Federn zu kommen, ist, sie rauszureißen oder abzuschneiden (was sicherlich nicht gemacht wird, weil dann der Kiel nicht mehr intakt ist und die Feder evtl. zu kurz ist). Also rausreißen wäre absolut fies und hätte nichts mit dem Respekt vor dem heiligen Tier zu tun, den die Natives selbst predigen.

Wer kann uns da helfen? Ich recherchiere auch selber noch mal, komme aber heute leider nicht mehr dazu.

LG Jana
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Re: Eagle feather controversy - Die Adler-Feder Kontroverse

Beitragvon Hans » Mi 13. Mai 2009, 20:07

Hallo .....,

wie man sieht, ein sehr heikles Thema !

Dazu wäre natürlich eine Aussage eines Native American von elementarer Wichtigkeit !
Ganz recht wird man es keinem beider "Parteien" machen können.
Sie sollten aufeinander zugehen ...;

Alles Gute, Hans.
Hans
 

Re: Eagle feather controversy - Die Adler-Feder Kontroverse

Beitragvon Elk Woman » Mi 13. Mai 2009, 22:45

Hi, Hans,

schön das Du Dich auch beteiligst. Allerdings ist das Thema wirklich kontrovers und wird noch kontroverser wenn ich nach Recherechen im Netz sehe , das nach erfolgreichem Erlangen eines Jagdscheines und eines Falknerscheines ( die aber nicht so ganz einfach zu erlangen sind, zum Glück..) auch bei uns möglich ist, sich im Privatbesitz und in einer sachgemäß entsprechenden Voliere einen Steinadler zu halten.
Der Falknerschein ist für die Zucht der Vögel und Jagd mit den Greifvögeln Voraussetzung (wobei man den nur mit schon vorhandenem Jagdschein machen kann...).

Dabei müssen Steinadlervoliere (Außenvolieren):
"eine Fläche von 24qm, Breite von 3 Meter, Höhe von 3m (jedes weitere Tier 10qm mehr) haben,
völlig winterhart sein und Regen-und Windschutz haben. Außerdem eine Mauserkammer haben, die
ausserhalb der Jagdsaison während der Mauser benötigt wird. Täglicher Freiflug und Beizjagdtraining sind aber auch eine Grundvoraussetzung !!!( Zum Federanfall: Der Steinadler wechselt aller 2 Jahre das gesamte Federkleid, d.h. kurz danach beginnt aber schon die neue Mauser.)

Trotz aller Vorschriften diesbezüglich finde ich persönlich einen Greifvogel in einer Voliere zu halten nicht so berauschend für den Vogel ( es sei denn er ist geschwächt und wird wieder ausgewildert), auch wenn ich selber schon bei mancher Vogelflugshow anwesend war und jeder Falkner über mich den Kopf schütteln würde. Seufz ! :roll:

Was dies eigentliche Oberthema betrifft, so sagtest Du :
"Dazu wäre natürlich eine Aussage eines Native American von elementarer Wichtigkeit !"

"Eines ???" Siehe dazu die schon geposteten Antworten aus der Indian Today .. :oops:
:roll: Ich glaube, so kämen wir auch nicht weiter :mrgreen:

LG,
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