MITBESTIMMUNG zur eigenen Geschichte




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MITBESTIMMUNG zur eigenen Geschichte

Beitragvon Elk Woman » Di 15. Feb 2011, 23:38

Geplante Namensänderung des Washita Battlefield
von Carol Berry
(15. Februar 2011)

Eine blutige Episode in der US- Geschichte kann nur als Blutbad bzw. als Erinnerungsort , aber nicht offiziell als Schlachtfeld bildlich dargestellt werden !

"Der National Park Service-(NPS) in Westoklahoma will dem Cheyenne-Blutbad-Erinnerungsort nun gerecht werden, durch eine Änderung von der jetzigen Bezeichnung - Schlachtfeld- in Erinnerungsort
bzw. eine Namensänderung in Bezug auf die Cheyenne- und Arapaho Stämme ( auf deren Vorschlag) , welche die Beamten die diese Änderung koordinieren, auch zusammen mit den Stämmen planen.

Der Campground nahe dem Washita Fluss würde der zweite Ort (nach Sand Creek) im ganzen Land werden, der damit eine Blutbadkennzeichnung trägt, wenn es dann so der Titel ist, der durch die Stämme gewählt werden wird, entsprechend der Auskunft der NPS.
Das Stammes- Planungsbüro sagte, das von den Namen, die bis jetzt vorliegen, keiner die Ausdrücke „kämpfen“ oder „Schlachtfeld“ beinhalten wird.

„Die Stämme laufen ihren internen Prozess durch,“ sagte Lisa Conard-Frost, Leiter des Washita NPS. „Wir sind froh, mit einbezogen zu werden, was auch immer sie entscheiden.“

Quelle: http://www.indiancountrytodaymedianetwork.com


Siehe auch :

http://www.nps.gov/waba/index.htm
"No man is an Iland, intire of itselfe
(John Donne)
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Re: MITBESTIMMUNG zur eigenen Geschichte

Beitragvon Rob » Mi 16. Feb 2011, 11:50

Hallo,

das finde ich ist eine längst überfällige Entscheidung um den Geschehnissen von damals gerecht zu werden, nachdem auch bei Sand Creek eine Richtigstellung stattgefunden hat mittlerweile. An beiden Orten sind die Cheyenne und einige bei ihnen lagernde Arapaho grundlos überfallen worden und viele Menschen ohne Gnade getötet worden. Dieses unmenschliche Verhalten wirkt noch heute bei den Nachkommen-Familien der betroffenen Stämme nach.
In diesem Zusammenhang vielleicht interessant dieser Link hier, obwohl über Sand Creek: http://sandcreekmassacre.net/project-2/
(Nachkommen betroffener Indianer kommen auf dieser Seite zu Wort, was auch in gewisser Weise zu Washita repräsentativ sein mag, da beide schlimme Vorfälle auf ähnliche Weise abliefen). Zum Washita-Massaker speziell gibt es natürlich einige gute Bücher und Veröffentlichungen, wie mir ein Freund mitteilte, der sich speziell mit der Geschichte der Cheyenne befasst.

Grüße

Rob
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Re: MITBESTIMMUNG zur eigenen Geschichte

Beitragvon Little Eagle » Mi 16. Feb 2011, 17:38

Endlich scheint sich mal was zu tun im Sinne der Native Americans .Ist ja eh selten ,das auf Vorschlag von Stämmen ,seitens der Regierung ein positives Handlungsecho kommt .
Little Eagle
 

Re: MITBESTIMMUNG zur eigenen Geschichte

Beitragvon Elk Woman » Mi 16. Feb 2011, 22:53

Mal ein paar persönliche Gedanken dazu von mir :P :

Also, ganz klar, es ist eine längst überflüssige Sache !
Aber es ist wie überall, man ist mit Recht deprimiert wenn sich nix tut, aber wenn etwas ins Rollen kommt ( weil es einen Aufbruch verkrusteter Strukturen gibt), kann man es kaum erwarten Ergebnisse zu sehen. Aber man sieht doch schon kleine Schritte ( findet man eigentlich schon etliche hier in den NEWS beim überfliegen der Themen; also sehe ich nicht das so "endlich tut sich mal was.." :oops: )

Ich sehe das im speziellen Fall so :
"Alle Nationalparks und ein Teil der anderen Schutzgebiete werden vom National Park Service verwaltet, einer Behörde unter dem Dach des US-Innenministeriums.( U.S. Department of the Interior)"

2009 wurde Ken Salazar US-Innenminister "in der Obama Regierung" .
Er hatte sich zuvor als Senator manch unliebsamen Ruf gemacht; aber gleichfalls zu ihm wurde Larry EchoHawk (Pawnee) zum BIA Vorsitzenden in Washington gewählt
( Am 19 Mai 2009 wurde durch den Senat hat Larry EchoHawk als Assistant Secretary of Indian Affairs in die Abteilung des Inneren gewählt.)

Und hier begann die durchaus "gemeinsame " Anstrengung Beider ( bzw. natürlich mit Präsident Obama) für die Belange der Ureinwohner der USA !

Damalige Meldung :
"Assistant Secretary-Indian Affairs Larry EchoHawk has begun his administration by moving quickly to begin discussions with Interior Secretary Ken Salazar, tribal leaders and tribal organizations on economic, energy, education, public safety and other issues that need to be addressed in Indian Country."

“President Obama, Secretary Salazar, the Congress and tribal leaders want to see Indian Affairs move quickly to address Indian Country’s most pressing issues,” EchoHawk said. “The current economic conditions, while improving, still have a disproportionate impact on rural, remote tribal communities. We are moving forward to implement the Recovery Act, and I have begun reaching out to tribal leaders throughout our regions to hear their views on what solutions are needed.”

Daraus resultierend, sehe ich logischerweise diese Entwicklung in die richtige Richtung ! (Man sollte das auch hoffnungsvoll registrieren ... )

Es ist halt "jetzt erst" der Zeitpunkt und erst jetzt gibt es die dafür notwendigen politischen Voraussetzungen , so das die USA ihre Geschichte beginnt aus etwas anderen Augen zu sehen und es Schritt für Schritt zusammen mit den Natives ( "Denn ohne diese geht es nicht , das haben auch zunehmend viele Menschen in Indian Country verinnerlicht und bringen sich dafür ein" ) anzugehen.

Ich denke mal, wir werden zunehmend von solchen Beispiele hören , denn die Welt ist im Umbruch ( gab es immer mal geschichtlich ) und dazu benötigt man das persönliche und gemeinsame Engagement vieler Menschen und deren kühlen Kopf , einen langen Atem und großes Durchhaltevermögen; Damit es in die richtige Richtung geht !

LG,
elk
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Re: MITBESTIMMUNG zur eigenen Geschichte

Beitragvon Elk Woman » Do 17. Feb 2011, 21:53

Nachtrag zu Robs Verweis auf das Sand Creek Massacre Memorial :

50.000 $ Kirchen- Spende für das Sand Creek Massaker Zentrum
Posted by: admin in Uncategorized

"Die Evangelisch-methodistische Kirche zahlt $ 50.000 an das Sand Creek Massaker Learning Center , was vor einigen Jahren durch kombinierte finanzielle Unterstützungen gestiftet wurden und sich noch in der baulichen Anfangsphase befindet

Das Zentrum befindet sich in der Nähe des Sand Creek Massaker National Historic Parks in Oklahoma und soll mit Unterrichtsmaterialien helfen, dass die Besucher die Auswirkungen des Massakers und seine Beziehung zu aktuellen Themen weltweit verstehen.
Die Spende der Evangelisch-methodistische Kirche soll für die Forschungsmaterialien sowie Werkzeuge eingesetzt werden, um "virtuelle" Verbindungen zwischen dem Zentrum und anderen Institutionen, einschließlich der United Methodist- School of Theology, dem Tribal Colleges in Oklahoma, Montana und Wyoming zu schaffen, sowie zu umfangreichen Archiven, Bibliotheken, Museen und dem Haus der Sand Creek Massaker Forschung .
“I am proud that the church is providing seed money that will be matched by the National Park Service. This history needs to be told.” ("Diese Geschichte muss erzählt werden"), sagte der Pfarrer Stephen Sidorak.

Die Evangelisch-methodistische Kirche hat eine schockierende Verbindung zu Sand Creek :
Am 29. November 1864 führte Colonel John Chivington, methodistischer Pfarrer, der Angriff auf ein Cheyenne- und Arapaho Lager am Ufer des Sand Creek. Mindestens 165 wurden getötet, zumeist Frauen, Kinder und ältere Menschen.

Im Jahr 1996 verkündete die Evangelisch-methodistischen Generalkonferenz ihr Bedauern über die Sand-Creek-Massaker und bat um Verzeihung für die "Aktionen eines prominenten Methodisten."
Die Spende an das Sand-Creek-Massaker Learning Center wurde im Jahr 2008 genehmigt.
“This effort is only a single step in a very complex and emotional journey for our church,” said Sidorak.
“We have played an unfortunate role in history in regards to Native Americans and our recognition of our involvement is long overdue.”

“One of Sand Creek's many legacies is its importance to remind us of the consequences of cultural, political and ideological conflicts that continue to plague the world today,” said Alexa Roberts, superintendent of the Sand Creek Massacre National Historic Site.
“The Learning Center will enable descendants, visitors and researchers to study the causes and consequences of this tragedy and its relevance to contemporary events in the hope of preventing similar occurrences in the future.

The United Methodist Church will continue in partnership with the Sand Creek Learning Center by joining tribal representatives, research institutions, representatives from the State of Colorado, and others on its governing board. The United Methodist Church is also preparing for an Act of Repentance to Indigenous Persons to take place at its 2012 General Conference in Tampa.

Die Evangelisch-methodistische Kirche bereitet sich auch einen Akt der Reue gegenüber den indigenen Menschen vor.
Es soll eine öffentliche Anerkennung des Unrechts gegenüber den Ureinwohnern werden und der Beginn eines Prozesses, um die Beziehungen zwischen indigenen Gemeinschaften und der Kirche zu heilen. "

Weitere Informationen unter: http://www.gccuic-umc.org

Quelle : http://buffalopost.net/
vom 17.02.11
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